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Reizdarm: Hypnose und Spezialdiät helfen

Wer nach dem Essen oft an Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall leidet, könnte am Reizdarmsyndrom leiden. Bild: Colourbox.de

Reizdarm: Hypnose und Spezialdiät helfen

Mit neuer Kombinationstherapie kann die Lebensqualität von Reizdarm-Patienten deutlich verbessert werden.

Von Ulrike Griessl, 21. Februar 2018 - 00:04 Uhr

Vom Reizdarmsyndrom sind 15 Prozent der Österreicher betroffen. "Typisch dafür sind Symptome wie Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung, all das mindert die Lebensqualität der Betroffenen erheblich ein", sagt Primar Rainer Schöfl, Leiter der Abteilung Gastroenterologie und Hepatologie im Ordensklinikum der Elisabethinen in Linz. Die Betreuung der Patienten sei nicht einfach und brauche viel Geduld und Zeit.

Die exakte Ursache des Reizdarmsyndroms ist noch nicht geklärt. Klar ist laut Schöfl jedoch, dass sowohl die Psyche als auch die Ernährung eine Rolle spielen. Lässt sich nach einer klinischen Abklärung der Beschwerden kein organisches Leiden (Darmentzündung wie Morbus Crohn und Colitis sowie Darmkrebs) feststellen, sind Menschen mit den beschriebenen Symptomen höchstwahrscheinlich vom Reizdarmsyndrom betroffen.

Linderung für viele Patienten

Gute Erfahrungen haben Ärzte bei der Behandlung dieses Leidens mit zwei völlig unterschiedlichen Behandlungsmethoden gemacht: zum einen mit einer speziellen Diät (FODMAP-Diät), die in Australien entwickelt wurde. "Studien beweisen, dass diese Therapie den Patienten zu 75 Prozent hilft", sagt Schöfl. Zum anderen mit einer bauchfokussierten Hypnose, die Reizdarm-Betroffenen zumindest zu 50 Prozent eine deutliche Linderung ihrer Symptome verschafft. Eine Kombination dieser Therapien bietet das "forte"-Fortbildungszentrum nun an, das dem Ordensklinikum der Elisabethinen angeschlossen ist.

Die FODMAP-arme Diät

Als FODMAPs werden Kohlenhydratbestandteile der Nahrung zusammengefasst, die nicht oder schwer verdaulich sind und Bauchschmerzen verursachen können. Bei der FODMAP-armen Diät wird bei den Patienten von speziell geschulten Diätologinnen über mehrere Wochen hinweg ausgetestet, ob sie auf Nahrungsmittel, die Laktose (Milchzucker), Fruktose (Fruchtzucker) oder Zuckeraustauschstoffe enthalten, empfindlich reagieren. Danach wird auf jeden Reizdarm-Geplagten ein passender Ernährungsplan erstellt.

Die Bauchhypnose

In Kombination zur FODMAP-armen Diät bietet "forte" eine bauchfokussierte Hypnose an, auch Bauchhypnose genannt. Hauptziel der Ärzte, die diese Behandlung anbieten, ist es, den Patienten zu helfen, zur Ruhe zu kommen und die Darmfunktion zu harmonisieren.

"Im Gegensatz zu Show-Hypnosen geht es bei dieser therapeutischen Hypnose nicht darum, Menschen zu manipulieren, sondern ihnen Zugang zu ihren Selbstheilungskräften zu ermöglichen", sagt der speziell für diese Therapieform geschulte Linzer Arzt Wolf-Dieter Nagl. Dass die in England entwickelte Bauchhypnose langfristige Behandlungserfolge bringe, sei wissenschaftlich bewiesen.

Konkret lernen die Patienten laut Nagl bei dieser Therapie, sich körperlich und geistig zu entspannen, ihre Magen-Darm-Funktion mithilfe von Vorstellungsübungen und Selbstsuggestion positiv zu beeinflussen, mit den Beschwerden einhergehende negative Gedanken abzubauen und Sicherheit im Umgang mit dem eigenen Körper zu entwickeln.

Nähere Informationen finden Sie unter www.forte.or.at oder Tel. 0732 946700

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