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„Meditieren ist das Beste gegen Stress“

Zahlreiche Studien und Erfahrungsberichte zeigen: Meditation hilft gegen stressbedingte Krankheiten, chronische Schmerzen, Ängste, Depressionen ...

„Meditieren ist das Beste gegen Stress“

(Symbolbild) Bild: Colourbox

Es kostet gar nichts und ist doch extrem wirkungsvoll: Meditation. Jutta Starlinger, Juristin im AKh Linz, kann das bestätigen. Sie meditiert seit 24 Jahren täglich, beschäftigt sich viel mit dem Thema und hält auch Vorträge über „Meditation im Lichte der modernen Wissenschaft“.

„Der Morgen ist fürs Meditieren ideal, weil man hellwach ist und noch nicht so viel imKopf hat“, sagt die Linzerin. Zum Meditieren kam sie über die Sinnfrage. „Schon als Jugendliche habe ich mich gefragt, was ist meine Aufgabe in dieser Welt. Welchen Sinn hat das Leben“, sagt Starlinger. Sie habe viel gelesen und Meditationstechniken ausprobiert. „Dabei wurde mir klar: Die Antwort findet man nicht draußen, sondern im Inneren. Das ist Spiritualität, losgelöst von einer Religion.“

Die Auswirkungen auf die Gesundheit wurden Starlinger erst später bewusst. Meditieren wirkt sich beispielsweise positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus. Bei einer Studie mit Medizinstudenten in Innsbruck etwa stellte man fest, dass die konzentrierte Stille den Blutdruck verringerte, die Herzfrequenz wurde vermindert und der Stresslevel deutlich gesenkt. Und das nicht nur im Vergleich mit einer Gruppe, die gar nichts machte, sondern auch im Vergleich mit Studierenden, die sich mit Musik entspannten.

„Es zeigt sich auch, dass die positive Wirkung nicht nur unmittelbar nach der Meditation, sondern auch eine Stunde später noch genauso anhält“, erklärt Starlinger. „Auch die Entspannungstiefe war bei den Meditierenden weit größer als bei den Musikhörern.“

So wirkt Meditation

Studien belegen viele positive Auswirkungen von regelmäßiger Meditation:

- hilft bei der Stressbewältigung

- verringert die Atemfrequenz

- lindert nervöse Spannungszustände

- steigert das Wohlbefinden

- verbessert Konzentration und Aufmerksamkeit

- bei Herzrhythmusstörungen

- unterstützt Therapien gegen Bluthochdruck, chronische Schmerzen, Schlafstörungen, stressbedingte Erkrankungen, Angststörungen, Depressionen

- hilft Krebspatienten, besser mit ihrer Krankheit umzugehen.

Meditieren hat auch Auswirkungen auf das Gehirn, das zeigen neurologische Studien. „Es werden Bereiche im Gehirn angeregt, die sonst nicht aktiv sind“, sagt Starlinger. Gemessen hat man die Frequenzen der Gehirnwellen beim Meditieren. Der Beta-Zustand (13 bis 21 Hertz) beschreibt das Alltagsbewusstsein mit guter Aufmerksamkeit. Wer meditiert, kommt in einen Alpha-Zustand (8 bis 12 Hertz), den man als wache Entspannung bezeichnen kann. Der Theta-Zustand (3 bis 8 Hertz) steht für tiefe Entspannung. „Das bringt mehr als schlafen“, sagt Starlinger. Bei einer Studie habe man Menschen nach ihrer Mittagspause getestet: Die einen schliefen 40 Minuten, die zweite Gruppe meditierte, die dritte aß zu Mittag. Ergebnis: Die psychomotorische Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit war bei den Meditierenden um zehn Prozent höher als bei den anderen.

Auch Sportler meditieren

Im Profi-Sport wird Meditation vielfach eingesetzt. Der berühmte amerikanische Basketball-Trainer Phil Jackson ließ die Spieler der Chicago Bulls vor jedem Match meditieren, mit Erfolg. Die Mannschaft gewann zwischen 1989 und 1998 sechsmal den NBA-Titel. „Ihr Spiel hatte weniger Hektik, die Würfe und Pässe wurden ungemein präzise, es herrschte mentale Klarheit, sie machten weniger Fehler, das Zusammenspiel war mühelos“, sagt Starlinger.

Jutta Starlinger bietet jeden Donnerstag, 15 bis 15.30 Uhr, im AKh Linz (Bau C, 1. Stock, Besprechungsraum 161) Meditationstraining an. Eintritt frei. Interessierte sind willkommen!

 

Einfache konzentrative Meditation für Einsteiger - Diese Übung kann jeder zu Hause ausprobieren

„Wer mit dem Meditieren beginnen möchte, kann folgende konzentrative Technik ausprobieren“, sagt Jutta Starlinger:
Man braucht einen ruhigen Raum und setzt sich dort in bequemer Haltung hin. Die Augen werden geschlossen, man schaut gerade aus und konzentriert sich exakt auf einen Punkt, der etwa zehn Zentimeter vor den Augen liegt. In Gedanken wiederholt man dann immer und immer wieder einen Namen Gottes oder einer höheren Intelligenz. Durch dieses Mantra ist der Gedankenapparat beschäftigt.

Dann kann es sein, dass man Licht sieht. Das sei der Beginn einer spirituellen Erfahrung, sagt Starlinger. Sie rät, mit zehn Minuten zu beginnen und dann zu steigern - auf 30 Minuten meditieren täglich.

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Artikel Claudia Riedler 24. April 2013 - 00:04 Uhr
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