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Auf der Bühne zu stehen, war für Hollywood-Star Bruce Wills die beste Therapie gegen das Stottern. Bild: epa

Kinder können Stottern besiegen

Was haben Aristoteles, Bruce Willis und Marilyn Monroe gemeinsam? Sie alle haben gestottert, genauso wie ein Prozent der Erwachsenen weltweit. Doch Stottern muss nicht sein. „Man kann es sehr gut therapieren“, sagt die Linzer Logopädin Heidi Ingensand.

Von Von Barbara Rohrhofer und Valerie Hader, 21. Oktober 2009 - 00:04 Uhr

Marilyn Monroes einzigartiges „atemloses“ Sprechen war zum Beispiel nichts anderes als der Versuch, das Stottern in den Griff zu kriegen. Und „Stirb-Langsam“-Star Bruce Willis hat dem Stottern sogar seine Karriere zu verdanken. „Ich habe zwar lange darunter gelitten, aber das Stottern hat mich letztlich zum Theater gebracht, denn ich habe herausgefunden, dass ich flüssig spreche, wenn ich auf einer Bühne stehe“, sagt der Schauspieler.

Dass Rowan Atkinson als Mr. Bean großteils ohne Worte auskommt, hat vermutlich auch damit zu tun, dass der britische Schauspieler stottert. In seiner Schulzeit wurde er deshalb - und wegen seines Aussehens – regelmäßig verspottet. Popsänger John Larkin, besser bekannt unter seinem Künstlernamen „Scatman John“, wurde Anfang der 1990er Jahre mit seinem Hit „Scatman“ berühmt. Der 1999 verstorbene Sänger stotterte nur beim Singen nicht. Der ehemalige britische Premierminister Winston Churchill soll ebenfalls gestottert haben - und hat dagegen eine bewährte „Vermeidungsstrategie“ entwickelt. Er hat einfach alle Wörter vermieden, über die er stolpern hätte können. Mit dieser Methode hat er es geschafft, brillante, „stotterfreie“ Reden zu halten.

Genies und Stotterer

Dass Stottern kein Anzeichen von mangelnder Intelligenz ist, beweisen auch folgende prominente Stotterer: der griechische Philosoph Aristoteles soll genauso gestottert haben wie der englische Physiker und Mathematiker Isaac Newton oder der britische Naturforscher und Mitbegründer der Evolutionstheorie Charles Darwin.

Stottern ist sehr individuell. Kein Mensch stottert wie der andere. So ist Stottern zwar einzigartig, aber durchaus nicht selten. „Fünf Prozent aller Kinder stottern“, sagt die Linzer Logopädin Heidi Ingensand. „Aber nur noch ein Prozent aller Erwachsenen.“ Ein frühes Erkennen und Handeln sei deshalb überaus wichtig, um ein Verfestigen der Sprechunflüssigkeit verhindern zu können.

Strategien gegen das Stottern

„Deshalb sollte man es therapieren. Wenn das nicht erfolgt, besteht die Gefahr, dass sich Betroffene ungünstige Strategien angewöhnen, mit denen sie gegen das Stottern ankämpfen. Das können Grimassen oder Wortwiederholungen sein. Manche schlagen auch mit der Faust auf den Tisch oder stampfen auf den Boden“, sagt die Logopädin.

„Was mir ganz wichtig ist: Die Ursache des Stotterns ist nicht psychisch! Es ist eine Verkrampfung der Kehlkopf- oder Sprechmuskulatur. Wir wissen heute auch, dass bei den Betroffenen bestimmte Zentren im Gehirn überaktiv sind, wissen aber nicht warum.“ Die Ursache des Stotterns ist noch nicht abschließend erforscht, dennoch steht fest: Eltern trifft keine Schuld an der Entstehung des Stotterns. Stottern entwickelt sich unabhängig von der sozialen oder kulturellen Herkunft und ist auch nicht vom Bildungsgrad oder dem Umgang innerhalb der Familie abhängig.

In 20 Therapiestunden ist es möglich, die Verkrampfungen aufzulösen. „Betroffene lernen, ihr Sprechen zu verändern und locker und mit dem Gegenüber im Blickkontakt zu bleiben und sich nicht aus Scham zurückzuziehen“, sagt Ingensand.

Auch bei Erwachsenen ist Stottern veränderbar. Sogar im fortgeschrittenen Alter kann man lernen, den Redefluss nachhaltig und deutlich zu verbessern. „So dass man sein Leben gut meistern kann“, sagt die Expertin.

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