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Hilfe! Rote Flecken auf Babys Haut

Babys Haut ist oft sehr empfindlich. Doch nicht jeder rote Fleck ist gleich der Beginn einer Neurodermitis. Bild: colourbox.de

Hilfe! Rote Flecken auf Babys Haut

Nicht jeder Hautausschlag ist ein Grund zur Besorgnis, sagt Dermatologin Daniella Kitzmüller-Winter und nennt die bekanntesten Ursachen.

Von Von Barbara Rohrhofer, 09. August 2017 - 00:04 Uhr

Die Haut ist das größte Organ des Menschen. Sie schützt uns vor Umwelteinflüssen und Verletzungen. "Doch sie kann uns auch zu schaffen machen – und das oft schon im Kindesalter", sagt Daniella Kitzmüller-Winter, Oberärztin in der dermatologischen Abteilung im Ordensklinikum Elisabethinen in Linz. Nicht jeder Hautausschlag sei Grund zur Besorgnis. Hautirritationen, die über mehrere Tage anhalten, sollten vom Haut- oder Kinderarzt abgeklärt werden.

 

Neurodermitis: Mehr als zehn Prozent der Kinder in Österreich leiden an Neurodermitis (atopische Dermatitis). Die Zahl der Betroffenen nimmt ständig zu. Neurodermitis ist damit die häufigste chronisch entzündliche Hauterkrankung bei Kindern. Bei fast der Hälfte der betroffenen Kinder manifestiert sich die Neurodermitis innerhalb des ersten Lebensjahres, bei 85 Prozent innerhalb der ersten fünf Lebensjahre. Die Erkrankung verläuft in Schüben, ist nicht ansteckend und tritt in vollkommen unterschiedlichen Schweregraden auf. "Der Juckreiz ist das Quälendste", sagt die Ärztin. Eine der Ursachen der Erkrankung ist eine Störung der Haut-Barrierefunktion, durch die ein Feuchtigkeitsverlust der Haut entsteht. Erblich vorbelastete Kinder leiden deutlich häufiger an der Hautkrankheit – sind beide Eltern betroffen, liegt die Wahrscheinlichkeit sogar bei 60 Prozent. "Schübe werden oftmals durch Infekte oder auch Stress ausgelöst", sagt Daniella Kitzmüller-Winter. Das Wichtigste ist die Basistherapie in Form von rückfettenden Cremen, oft mehrmals täglich. Bei akuten Ekzemschüben empfehlen sich kortisonhaltige Salben.

 

Schuppenflechte: Die zweithäufigste chronische Hauterkrankung bei Kindern, die sich meist vor dem 15. Lebensjahr zeigt und oftmals durch Infektionen mit Streptokokken (Angina) ausgelöst wird, ist die Schuppenflechte. Die Hautzellen vermehren sich dabei so übermäßig, dass dadurch die Haut dicker wird und schuppt. Die Schuppenflechte ist wie die Neurodermitis erblich. Die Krankheit ist für Betroffene sehr belastend. "Die Kinder leiden auch psychisch", sagt die Dermatologin. Bei mehr als 70 Prozent finden sich die betroffenen Stellen neben den Extremitäten und dem Oberkörper auch auf der Kopfhaut. Behandelt wird mit rückfettenden Cremen und mit kortisonhaltigen Salben (gegen den Juckreiz und die Entzündung). "Bei sehr schweren Formen gibt es auch eine Therapie in Tablettenform." Neue Medikamente, so genannte Biologica, wirken gut und kommen auch zunehmend zum Einsatz.

 

Röschenflechte: Dieser durch bestimmte Herpes-Viren ausgelöste röschenförmige Ausschlag trifft meist Kinder, die älter als zehn Jahre alt sind. "Der Ausschlag ist harmlos, kann aber bis zu acht Wochen bestehen bleiben. Prinzipiell heilt er alleine ab", sagt Oberärztin Kitzmüller-Winter.

Pilzinfektion: Rote, schuppige Flecken auf der Kinderhaut können auch auf eine Pilzinfektion hinweisen, die von Haustieren wie Meerschweinchen, Hamstern, Katzen und selten auch Hunden übertragen wird. Die Erkrankung ist prinzipiell ansteckend und wird mit herkömmlichen Pilzmitteln behandelt. Allerdings müssen immer auch die Haustiere mitbehandelt werden.

 

Nesselausschlag: "Der juckende, rote Ausschlag kommt plötzlich und ist manchmal Folge einer Nahrungsmittel- oder Medikamentenallergie, aber am häufigsten wir er von Infekten ausgelöst", sagt die Ärztin. Hilfe bieten meist gut wirkende Antihistaminika, die den Juckreiz bremsen und das Auftreten neuer Quaddeln verhindern. Es wird aber empfohlen, der Ursache für den Ausschlag auf den Grund zu gehen.

 

Hilfe! Rote Flecken auf Babys Haut
Daniella Kitzmüller-Winter, Dermatologin am Ordensklinikum Elisabethinen in Linz  
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