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Grippewelle soll in den Ferien ihren Höhepunkt erreichen

Gesundheit! Rund 4500 Oberösterreicher sind derzeit schwer erkältet. Bild: Colourbox

Grippewelle soll in den Ferien ihren Höhepunkt erreichen

In den Praxen der Hausärzte herrscht seit Wochen Hochbetrieb - derzeit fast doppelt so viele Krankenstände wie im Vorjahr.

Von Barbara Rohrhofer und Ulrike Griessl, 14. Februar 2018 - 00:04 Uhr

"20 Prozent aller Krankenstände gehen derzeit auf Erkältungskrankheiten zurück. Und es ist kein Ende in Sicht. Die Zahlen steigen von Woche zu Woche. In dieser Intensität ist das schon eine Ausnahme", sagt Harald Schmadlbauer, Leiter des Direktionsbüros der Gebietskrankenkasse Oberösterreich. In der Vorwoche hüteten 4483 Oberösterreicher mit einem grippalen Infekt das Bett. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum waren es "nur" 2487. Auch die echte Grippe, Influenza genannt, grassiert im Lande. 461 Fälle wurden in der Vorwoche gezählt. Im Vorjahr waren es zum gleichen Zeitpunkt 115. "Traditioneller Weise wird der Höhepunkt der Grippewelle in den Kalenderwochen sieben und acht erreicht. Das wäre dann ganz genau in unseren Semesterferien", sagt Harald Schmadlbauer. Warum die Viren heuer so besonders aggressiv sind, könne man aber nicht sagen. "Eines aber kann man jetzt schon mit Sicherheit behaupten. 2018 hat es die Grippewelle echt in sich."

Ganz Europa stark betroffen

Auch das Zentrum für Virologie der Medizinischen Universität Wien meldet ein hohes Niveau der "Influenza-Virus-Aktivität", geht aber davon aus, dass der Höhepunkt bald erreicht sein wird. Nach wie vor dominiert in Österreich ein Influenza-B-Virus mit einem Anteil von rund 70 Prozent aller Infektionen, gefolgt von A(H1N1) mit 23 Prozent und A(H3N2) mit sieben Prozent.

Wer in den Semesterferien innerhalb von Europa verreisen möchte, hat wenig Chance, den Viren zu entkommen. Auch die Länder Nord-, Süd-, West- und Mitteleuropas melden weit verbreitete Influenzavirus-Aktivität, in den Ländern Osteuropas ist eine weitere Zunahme der Influenzavirusaktivität zu beobachten. Influenza-Viren sind derzeit überall – in der Schule, im Büro, im Supermarkt, in der Straßenbahn, im Zugabteil. Wenn ein Influenza-Infizierter niest, versprüht er 106 Viruspartikel.

Auch durch Atmen verbreitet

Dazu kommt, dass Influenza-Viren nicht nur durch Niesen oder Husten in die Luft abgegeben werden, wie eine aktuelle Studie im Fachblatt "PNAS" warnt: Epidemiologen um Donald Milton (Uni Maryland) haben bei Tests mit infizierten Versuchspersonen herausgefunden, dass die Viren auch durch ganz normales Atmen in die Luft gelangen – insbesondere in den ersten Tagen der Krankheit.

Alle, die es noch nicht erwischt hat, sollten sich glücklich schätzen und regelmäßig Hände waschen. Und zwar 20 bis 30 Sekunden einseifen und dann unter laufendem Wasser abspülen.

Das hilft gegen Hustenanfälle

Zu den unangenehmsten Symptomen einer Erkältung gehört für viele der Reizhusten. Am Tag stört er bei der Arbeit, und in der Nacht hält er die Betroffenen vom Schlafen ab. „Derzeit kommen besonders viele Hustengeplagte zu uns in die Apotheke“, sagt Julia Neuburger von der Apotheke Bad Leonfelden. Obwohl der Husten die Betroffenen stark beeinträchtige, so sei er dennoch sinnvoll, wie die Expertin betont: „Der Körper versucht den Schleim durch Husten loszuwerden.“ Je nach Art des Hustens empfiehlt Neuburger Tees oder Säfte mit unterschiedlichen Wirkstoffen:

  • Efeu und Thymian: „Die Wirkstoffe dieser Pflanzen verdünnen den Schleim, lösen diesen und helfen daher dabei, hartnäckigen, zähen Schleim zu lösen und abzuhusten“, erklärt Neuburger. Nicht nur Efeu- und Thymiansäfte könne man verwenden, auch Tees aus den getrockneten Kräutern würden sehr gut helfen und hätten den positiven Nebeneffekt, dass man die Flüssigkeitszufuhr fördere.
  • Isländisch Moos, Anis, Spitzwegerich sowie Eibischblätter und -wurzeln empfiehlt Neuburger für den Abend. Die Wirkstoffe dieser Pflanzen würden sich über entzündete Stellen im Rachen legen, diese beruhigen und dem Hustenreiz entgegenwirken.
  • Kampfer und Menthol, die auf die Brust aufgetragen werden und durch die Körperwärme abdampfen, sind gute Inhalationsmittel. Für Kinder seien diese Wirkstoffe aber nicht geeignet.
  • Salzpastillen mit Isländisch Moos kombiniert, empfiehlt die Apothekerin als zusätzliche Reizhemmer für den Tag.
  • „Bessert sich der Husten innerhalb einer Woche nicht deutlich oder zeigt sich grünlich-gelber Auswurf, müssen die Betroffenen unbedingt einen Arzt aufsuchen.“
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