Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Mittwoch, 28. September 2016, 17:23 Uhr

Linz: 20°C Ort wählen »
 
Mittwoch, 28. September 2016, 17:23 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Gesundheit

Fit in den Winter

Ob Yoga, Shiatsu oder Qi Gong – in vielen Disziplinen gibt es Übungen, die jetzt die Abwehrkräfte stärken. Neun Profis erklären „ihre“ Übungen und was sie selbst für ihr Immunsystem tun.

Yoga

   Bild: Weihbold

1 Übung mit Multi-Effekt

Übung mit Multi-Effekt

Diese Partnerübung aus „Nuad Thai“ hat viele Effekte. Die Ausführende hängt sich mit ihrem Körpergewicht auf das gestreckte Bein der liegenden Person. Das entspannt. Bei der liegenden Person wird das Bein gedehnt, was einen positiven Effekt auf den Blasenmeridian hat. Mit der sanften Massage der Reflexpunkte auf der Fußsohle werden zudem die inneren Organe stimuliert. Diese „Entgiftung“ stärkt die Abwehrkräfte.

Ada Atzmüller (48), Nuad-Praktizierende und Lehrtrainerin: Für sie ist auch das Ausführen der Nuad-Thai-Übungen echt entspannend (einen Workshop gibt’s im März in der yogalounge in Linz). Sie ernährt sich seit drei Jahren vegan und war seitdem nicht mehr krank. Für ihr Immunsystem gönnt sie sich täglich acht Stunden Schlaf, macht Yoga, Dehnungsübungen und überhaupt viel Bewegung. Auch Tanzen und Lachen gehören zum „Fit-Programm“.

2 Wechsel-Atmung

Die Nasenatmung beugt Infekten vor. Dabei wird die Atemluft erwärmt und befeuchtet. Zahlreiche Atemtechniken reinigen die Atemwege, ziehen Schleim nach oben und belüften alle Lungenbereiche, um so die Belastung durch Keime zu verringern. Bei der Wechsel-Atmung wird abwechselnd das linke und rechte Nasenloch mit Daumen und Ringfinger der rechten Hand verschlossen. Rechts einatmen, dann links ausatmen, links wieder einatmen und rechts einatmen. Mindestens fünf Minuten.

Laya Kirsten Commenda (41), Yogalehrerin und Tanzpädagogin: Sie stimmt sich bewusst auf jede Jahreszeit ein. Die Ernährung stellte sie um, am Morgen gibt’s jetzt warmen Brei. Außerdem fährt sie täglich mit dem Rad und schwört auf Tanzen, Lachen, Bewegung und Loslassen.

3 Meridian-Dehnung

Meridian-Dehnung

Für diese Übung begibt man sich in den Kniesitz und bewegt beim Ausatmen den Oberkörper zurück – so lange, bis man eine sanfte Dehnung spürt. Das ist bei jedem Menschen anders, manche können sich auch nach hinten auf die Matte ablegen. Es darf jedenfalls nicht weh tun. Bei dieser Übung wird der Magen-Milz-Meridian gedehnt, der zuständig für die Immunabwehr und das Lymphsystem ist.

Stefan Schmidinger (28), Shiatsu-Praktiker in Ausbildung: In der kalten Jahreszeit hilft ihm eines am meisten: ein warmes Getreide-Frühstück am Morgen. Außerdem geht er jeden Tag an die frische Luft und achtet darauf, dass er ausreichend Ruhepausen bekommt – in denen er wirklich entspannen kann.

4 Yoga-Haltung

Yoga-Haltung

Diese Übung aus dem Yoga wird „Herabschauender Hund“ genannt. Man begibt sich dafür in den Vierfüßerstand, die Hände sind schulterbreit auf dem Boden aufgesetzt, Dann drückt man das Gesäß hoch und streckt die Sitzhöcker Richtung Decke. Der Rücken soll dabei lang sein und weit nach hinten geschoben werden. Die Beine kann man auch beugen.

Christina Platzer (35), Yogalehrerin: Ihr „Rezept“ für mehr Gesundheit sind einsame Spaziergänge, bei denen nur ihr Hund dabei ist. Sie geht hinaus, um aus allen anderen Rollen hinauszuschlüpfen und „sich selbst zu haben“. Das ganze Jahr ernährt sie sich fleischlos und verwendet beim Kochen so viele regionale Produkte wie möglich. In der kalten Jahreszeit trinkt sie dazu viel Warmes, etwa Tee oder auch einfach warmes Wasser. Genügend Schlaf (mindestens sieben Stunden) ist genauso wichtig, wie sich tagsüber mit Dingen zu beschäftigen, die Spaß machen.

5 Frei tanzen

Diese Übung bringt Energie und Lebensfreude. Dazu legt man einfach Musik ein und tanzt los – ganz ohne Vorgaben und Choreografie.

Katharina Haider (34), Agrarwissenschafterin: Sie organisiert Tanz-Workshops nach den „5 Rhythmen“. Das ist freies Tanzen in Wellen – von fließenden über ruckartige Bewegungen bis zum Chaos und zur Stille. In solchen Tanzstunden tankt sie Energie. Gut für die Immunabwehr sind außerdem viel Schlaf, Ingwertee, Sauna, Natur und viel Körperkontakt.

6 Lunge klopfen

Lunge klopfen

Schulterbreiter Stand, Hände überkreuzen und die Stelle über dem Schlüsselbein rhythmisch klopfen. Dabei gleichmäßig die Hüfte kreisen. Das aktiviert und löst Verspannungen und Blockaden.

Ursula Haider (43), Qigong-Lehrerin: Um fit zu bleiben, geht sie regelmäßig hinaus und konzentriert sich dabei ganz auf sich und die Natur. Das Wetter spielt dabei keine Rolle, jede Jahreszeit ist willkommen. Wichtig sind ihr außerdem gute soziale Beziehungen.

7 Rückenstreckung

Rückenstreckung

Für diese Yoga-Übung stellt man sich in eine breite Grätsche, Beine 45 Grad abwinkeln, Hände auf die Oberschenkel, die Finger nach hinten richten. Tief ausatmen, dann einatmen und stehenbleiben, solange man die Luft anhalten kann. Das Gewicht ins Becken sacken lassen. Den Rücken strecken. Drei Wiederholungen. Das macht die Atemwege frei.

Walter Gabriel (35), Masseur – Lomi Lomi Nui Körperarbeit: Stress macht ihn krank, deshalb ist sein Tagesablauf möglichst entspannt. Er braucht mindestens acht Stunden Schlaf, tanzt gern und isst ausgewogen – nicht zu viel und wenig Süßes.

8 Stille-Übung

Im Sitzen geht man gedanklich den Körper durch – vom Scheitel bis zur Zehe, dabei entspannen. Dann noch einmal alle Körperregionen gedanklich mit Licht füllen. Zehn bis 30 Minuten.

Irma Kapeller (49), Systemischer Coach, Humanenergetikerin (im Bild rechts): Ihre Methode „Radionik/Cellcommunication, ein energetisches Balance-Verfahren, hilft auch ihr selbst. Ebenfalls gut für ihre Immunabwehr: soziale Kontakte, Meditation, Natur.

Ruth Karner (38), Lebensberaterin: Nicht nur Körper-Übungen, auch Psychohygiene sind für die Immunabwehr wichtig. Eine gute Übung heißt „Sei-lieb-zu-dir-selbst“. Dabei überlegt man sich morgens beim Zähneputzen, was man nicht mag an sich und dreht es dann um. Aus „Ich bin so chaotisch“ wird ein „Ich habe meine eigene Ordnung“. Sie spielt „Veränderungstheater“, dabei wird viel gelacht. Mit ihren Kindern hat sie gelernt, wie gut es tut, bei jedem Wetter rauszugehen.

Yogalounge in Linz

Die hier vorgestellten Expertinnen und Experten sind Teil einer Praxisgemeinschaft in Linz. Die beiden Geschäftsführerinnen sind Laya Kirsten Commenda und Katharina Haider.

In der „yogalounge“ (www.yogalounge-linz.at) gibt es ein vielfältiges Angebot, das weit über Yoga-Kurse aller Art hinausgeht. Im Yoga-Raum werden auch Seminare abgehalten, im Praxisraum arbeiten Beraterinnen, Coaches und Therapeuten. Es gibt auch einen Lounge-Bereich mit einer kleinen Bibliothek.

 

Kommentare anzeigen »
Artikel Claudia Riedler und Volker Weihbold (Fotos) 15. Oktober 2014 - 00:05 Uhr
Weitere Themen

Das Leben feiern

Die Diagnose Krebs schockiert. Wenn (fast) alles ausgestanden ist, berichten aber viele Patientinnen von ...

Brustkrebs: Rettende Früherkennung

Brustkrebsmonat Oktober: Wird die Krankheit früh entdeckt, stehen die Chancen gut, mittels oft ...

Die besten Strategien gegen Pigmentflecken

UV-Strahlung ist der wichtigste Auslöser für Altersflecken. Diese lassen sich mit einem Laser entfernen.

Zuckerkrank – und jetzt?

Bei der ersten OÖN-Gesundheitstour in diesem Herbst drehte sich alles um die Volkskrankheit Diabetes.

Darmkrebs ein Schnippchen schlagen

Mit einer Vorsorge-Koloskopie lassen sich Polypen bereits entfernen, bevor sie sich zu Tumoren entwickeln.
Meistgelesene Artikel   mehr »
Bitte Javascript aktivieren!