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Die häufigsten Ernährungsmythen

Ist brauner Zucker wirklich besser als weißer, Margarine bekömmlicher als Butter und Bio tatsächlich gesünder? Richtig oder falsch? Die Antworten hat Diätologin Sophie Demelmair.

Die häufigsten Ernährungsmythen

Immer mehr Konsumenten legen Wert auf gesunde Ernährung. Bild:

Bei einem neuen Projekt von Wirtschaftskammer OÖ und OÖ. Gebietskrankenkasse (OÖGKK) werden Verkäufer im Lebensmittelhandel zum Thema "Gesunde Ernährung" geschult. Ein Teil des Seminars widmet sich dabei den zahlreichen Mythen rund ums Essen. "Gerade in diesem Bereich kursieren noch immer viele Falschinformationen, die auch nicht so leicht auszurotten sind", sagt Diätologin Sophie Demelmair von der OÖGKK und listet die häufigsten – und hartnäckigsten – Ernährungsmythen hierzulande auf.

 

Ist brauner Zucker besser als weißer?

Nein. Die Menge ernährungsrelevanter Inhaltsstoffe unterscheidet sich bei den beiden Zuckerformen nur geringfügig.

Ist Margarine gesünder als Butter?

Nein. Eine große Studie zeigte, dass es keinen Unterschied beim Auftreten von Herzinfarkt und Schlaganfall gab. Personen mit dem höchsten und Personen mit dem niedrigsten Butterkonsum hatten ein ähnlich hohes Risiko, Herzinfarkt und Schlaganfall zu erleiden.

Sind Vitamintabletten für eine ausgewogene Ernährung nötig?

Nein. 2010 zeigte eine nationale Studie, dass es keine Mangelzustände bei Menschen gibt, die sich ausgewogen ernähren. Ausnahmen sind etwa , Hochleistungssportler, Alkoholkranke, Essgestörte, Pflegebedürftige und schlecht ernährte Schwangere.

Enthalten Obst und Gemüse heute weniger Nährstoffe als zu Omas Zeiten?

Jein. Verglichen mit frisch geerntetem Obst und Gemüse aus dem Garten schneiden unreif gepflückte und tagelang gereiste Produkte tatsächlich schlechter ab. Prinzipiell enthalten unsere Lebensmittel jedoch nicht weniger Nährstoffe als früher. Was wie viel worin enthalten ist, hängt gestern und heute von einer Vielzahl an Faktoren, wie Boden, Düngung, Erntezeitpunkt, Lagerung etc., ab. Tipp: Möglichst frisches, reif gepflücktes Freilandobst und -gemüse bevorzugen und kurz nach der Ernte verzehren. Es hat eine höhere Vitamin- und Mineralstoffkonzentration als Obst und Gemüse, das bereits tagelang in den Regalen vor sich "hinvegetiert".

Sind Bio-Produkte gesünder?

Jein. Für die Herstellung von Bio-Produkten muss auf synthetische Pflanzenschutzmittel verzichtet werden, daher sind sie für die Umwelt von Vorteil. Für den Menschen hängt der Nutzen vom Produkt ab: Biowurst ist nicht unbedingt "gesünder" als ihr konventionell hergestelltes Gegenstück. Bei Obst und Gemüse hängt der Vitamingehalt mehr von Reife, Ernte, Lagerung etc. ab. Prinzipiell gilt, dass bei Bioprodukten weniger Zusatzstoffe zugelassen sind. Ansonsten ist die Datenlage zu widersprüchlich, um Empfehlungen abzuleiten.

Enthält Tiefkühlgemüse ähnlich viele Vitamine wie Frischkost?

Ja. Begründung: Tiefkühlgemüse wird frisch geerntet, rasch zur weiteren Verarbeitung transportiert und dort schockgefroren. Dadurch bleibt ein Großteil der empfindlichen wasserlöslichen Vitamine, wie Folsäure und Vitamin C, erhalten. Carotin oder Vitamin K sind weniger empfindlich und deshalb in frischem wie in tiefgekühltem Gemüse gleichermaßen enthalten.

Sind Himalaja- und Meersalz gesünder als herkömmliches?

Nein. Untersuchungen haben ergeben, dass der Anteil an Mineralstoffen und Spurenelementen bei Himalaja- und Meersalz so gering ist, dass mit üblichen Verzehrmengen keine Bedarfsdeckung gewährleistet wird. Darüber hinaus enthalten diese Salze fast kein Jod.

Ist Kaffee ein "Wasserräuber"?

Nein. Werden nicht mehr als vier Tassen Kaffee pro Tag getrunken, wird die Flüssigkeitsbilanz nicht gestört. Erst bei zirka 250 mg Koffein (mehr als vier Tassen) kommt es zu erhöhtem Flüssigkeitsverlust. Trotzdem ist es kein Fehler, zu jedem Kaffee Wasser zu trinken.

Sind Müsli- und Fruchtschnitten besser als Schokoriegel?

Nein. Müsliriegel werden vom Konsumenten oft als gesunder Snack betrachtet. Sie fallen allerdings aufgrund ihrer Nährstoffzusammensetzung eher in den Bereich der Süßigkeiten. Fruchtschnitten bestehen aus Trockenfrüchten und Saftkonzentrat und haben daher einen sehr hohen Zuckergehalt, Müsliriegel enthalten neben Getreideflocken oft auch große Mengen an Zucker und Fett. Der Ballaststoffanteil ist hingegen sehr gering, auch Vitamine und Mineralstoffe sind nur in Spuren vorhanden.

Kann man jedes Öl zum Braten verwenden?

Nein. Native (kaltgepresste Öle) sollten auf keinen Fall zum Braten verwendet werden. Der Grund: Durch Erhitzen gehen die wertvollen ernährungsphysiologischen Eigenschaften verloren und es können gesundheitsschädliche Substanzen entstehen. Zum Braten geeignet sind Butterschmalz, spezielle pflanzliche Bratfette und bestimmte raffinierte Speiseöle. Bei niedrigen Temperaturen kann auch Butter eingesetzt werden.

Sitzen beim Apfel die Vitamine wirklich unter der Schale?

Ja. Rund 70 Prozent der Vitamine und Mineralstoffe befinden sich in Obst und Gemüse, (z. B. Birnen, Gurken, Zucchini), unter der Schale. Innen helleres Obst und Gemüse also am besten mit der Schale essen (vorher gut waschen!). Farbgebende Vitamine wie Carotin in der Karotte oder im Kürbis sind hingegen gleichmäßig in der gesamten Frucht verteilt.

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Artikel Von Valerie Hader 30. Juli 2014 - 00:05 Uhr
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