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Die Heilkraft der Zwiebel

Die Zwiebel ist nicht nur ein beliebtes Gemüse, sondern hilft oft auch bei der Genesung. Bild: colourbox.de

Die Heilkraft der Zwiebel

In der Naturheilkunde gilt sie als Multitalent: Die Zwiebel wirkt antibakteriell, blutdrucksenkend und soll sogar vor Krebs schützen.

Von Dietlind Hebestreit, 07. Februar 2018 - 00:04 Uhr

Ihr beißender Geruch täuscht oft darüber hinweg: Die Zwiebel ist ein Allrounder. Schon bei den alten Ägyptern bekamen die Bauarbeiter der Pyramiden für ihre Ausdauer und zur Erhaltung der Gesundheit Zwiebeleintöpfe verordnet. Mit den Römern kam die Speicherfrucht über die Alpen. "Eine Vielzahl an Zwiebelspeisen hat sich in den vergangenen 400 Jahren entwickelt", sagt Ernährungswissenschafterin Eva Fauma. In der Traditionellen Europäischen Medizin (TEM) liegt das Augenmerk auf der heilsamen Wirkung des Gemüses. "Die Zwiebel ist ein Hausmittel, das immer parat ist. Sie ist fast überall erhältlich, sogar in der Sahara", sagt die Linzerin.

Tränen durch Schwefel

Schwefelverbindungen sind für den markanten Geruch und Geschmack verantwortlich. Durch das Anschneiden der Frucht bilden sich gasförmige Schwefelverbindungen, welche den Tränenfluss beim Zwiebelschneiden anregen.

Die enthaltenen Senföle wirken gegen Bakterien, Viren und Pilze. "Sie sollen auch die Darmflora schützen", sagt Fauma. Die Öle verhindern das Zusammenkleben der Blutplättchen und verbessern die Fließeigenschaften des Blutes. Bei Verkühlungen wird Schleim dünnflüssiger und lässt sich leichter abhusten. Die Senföle wirken auch entkrampfend und lindern Asthma. Innerlich angewendet, hilft Zwiebel gegen Husten, Keuchhusten, Bronchitis und Angina. "Eine halbe Zwiebel pro Tag soll sogar zu einer deutlichen Senkung des Risikos für Speiseröhren-, Magen-, Dickdarm- und Lungenkrebs führen", sagt die TEM-Spezialistin.

Äußerlich angewendet, kommt die Pflanzenart aus der Gattung Lauch auch bei Insektenstichen, kleinen Wunden, Verbrennungen ersten Grades, Furunkeln, Katarrhen der oberen Atemwege zum Einsatz.

Auswaschen gegen Blähungen

Die Zwiebel enthält auch einen relativ hohen Anteil an Zucker. "Wer mit den schwefelhaltigen Verbindungen oder mit Fruktose wegen einer Intoleranz nicht glücklich ist, kann die geschnittene Zwiebel in kaltes Wasser einlegen und etwas auswaschen", rät Fauma. Das nimmt ihr die Schärfe und den Zucker. Üble Gerüche und Blähungen werden minimiert.

Buchtipps: Eva Fauma: Food & Care – Schön gesund von innen und außen, Verlag Maudrich, 23 Euro Bernadette Bächle-Helde: Heilsame Wickel und Auflagen, Verlag Ulmer, 16,90 Euro Wunderbare Wickel, Servus Verlag, 7 Euro

Was man mit einer Zwiebel alles tun kann

  • Frischpflanzenpresssaft: 50 g frische Zwiebeln fein reiben, mit etwas Wasser zum Einnehmen verdünnen.
  • Zwiebelsirup: Zwiebelsaft mit Honig gemischt, wirkt bei allen Erkältungskrankheiten, Verstopfung und allergischen Reaktionen der Atemwege.
  • Zwiebelsocken: 2 große Zwiebeln in Scheiben schneiden, im Backrohr leicht erwärmen, auf warme Fußsohlen legen, mit Mullbinde umwickeln, Socken anziehen. Bei Husten, Schnupfen, Erkältung.
  • Frischfrucht: ½ Zwiebel aufschneiden und auf Bürotisch/Nachtkasterl legen. Wenn man geschnittene Zwiebeln im Raum verteilt, werden die flüchtigen schwefelhaltigen Verbindungen eingeatmet und gelangen in die Atemwege. Hilfreich bei angehender Verkühlung, Husten.
  • Zwiebelbreiumschlag: 1 Zwiebel fein hacken, mit Wasser und Salz zu einem Brei verrühren und auftragen. Wirkt schmerzlindernd, abschwellend und juckreizstillend. Z. B. bei Bänderzerrung oder stumpfer Verletzung.
  • Zwiebeltuch: ½ Zwiebel fein hacken, in ein Taschentuch einschlagen. Bei Nasenbluten das Zwiebeltuch in den Nacken legen, bis es trocken ist. Bei Ohrenschmerzen über Nacht auf das schmerzende Ohr legen.
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