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Die Grippe ist da, der wirksame Impfstoff ist aus

Bei der echten Grippe kommen hohes Fieber, trockener Husten und große Abgeschlagenheit ganz plötzlich. Bild: Colourbox

Die Grippe ist da, der wirksame Impfstoff ist aus

Ob geimpft oder nicht: Infektiologe Rainer Gattringer empfiehlt jetzt regelmäßiges Händewaschen

Von Barbara Rohrhofer, 11. Januar 2018 - 00:04 Uhr

"Die Grippewelle hat Oberösterreich erreicht – in der vergangenen Woche konnte in klinischen Proben eine signifikante Zunahme an Influenza-Viren festgestellt werden", sagt Rainer Gattringer, Infektiologe und Mikrobiologe vom Ordensklinikum der Elisabethinen in Linz. Laut Gebietskrankenkasse Oberösterreich sind derzeit 42 Oberösterreicher an der echten Grippe erkrankt. Experte Gattringer beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema Influenza.

 

OÖNachrichten: Wie werden Influenza-Viren übertragen?

Rainer Gattringer: Das passiert durch Tröpfcheninfektion. Erkrankte geben die Viren beim Niesen und Husten weiter oder verteilen sie beim Körperkontakt. Die Inkubationszeit beträgt meist nur wenige Tage.

Nützt es, wenn man sich jetzt noch impfen lässt?

Experten raten zur Grippeimpfung im Oktober und November, denn bis der Impfschutz wirksam ist, dauert es meist zehn bis 14 Tage. Auch wer später dran ist, kann sich die immunisierende Spritze noch geben lassen.

Stimmt es, dass genau der Impfstoff nicht mehr lieferbar ist, der gegen jene Influenza-Infektion wirksam ist, die derzeit in Österreich aktiv ist?

Beim passenden Vierfachimpfstoff gibt es einen Engpass. In Europa haben wir es heuer großteils mit Influenza-B-Viren zu tun. Gegen diese schützt besagte Vierfachimpfung. Grundsätzlich gilt: Influenza-B-Infektionen sind in der Regel mit weniger starken Symptomen verbunden als Influenza-A-Infektionen.

Warum sollte man sich eigentlich jedes Jahr wieder gegen Grippe impfen lassen?

Da sich die Viren immer wieder leicht verändern, wird der Impfstoff in jeder Grippesaison darauf abgestimmt. Risikogruppen wie etwa älteren Menschen wird die Impfung wirklich nahegelegt.

Laut einer Studie der Uni Wien lassen sich nur etwa zehn Prozent der Österreicher gegen Grippe impfen – was sollen die vielen Ungeimpften machen, um sich zu schützen?

Egal, ob geimpft oder nicht, regelmäßiges Händewaschen wird empfohlen, besonders nach der Arbeit, nach dem Einkaufen, nach der Schule. Auch sollte man den näheren Kontakt mit Erkrankten meiden, wenn das möglich ist.

Wie merke ich, dass ich die echte Grippe habe?

Bei einer echten Grippe bekommt man aus heiterem Himmel hohes Fieber, Hals-, Kopf- und/oder Gliederschmerzen, einen schweren, trockenen Reizhusten und eine große Schwäche. Der Hausarzt stellt die Diagnose anhand der klinischen Symptome fest, im Krankenhaus wird mittels Nasen- oder Rachenabstrich auf Influenza-Viren getestet.

Wie wird die echte Influenza behandelt?

Wenn die Patienten keine anderen Grunderkrankungen haben, ist Bettruhe die beste Medizin. Wenn ein schwerer Verlauf der Erkrankung zu befürchten ist, ist der Einsatz antiviraler Medikamente wie etwa Tamiflu sinnvoll, die innerhalb von 48 Stunden nach dem Auftreten der ersten Symptome eingenommen werden sollten. Mit dem offiziellen Ausrufen der Grippewelle ist dieses Medikament auch nicht mehr chefarztpflichtig.

Warum kommt die Grippewelle eigentlich immer Anfang Jänner nach Österreich?

Grippeviren mögen es kalt und trocken – das ist einer US-Studie zufolge der Grund, warum die gefürchtete Infektion vor allem in den Wintermonaten auftritt. Bei Temperaturen um fünf Grad ist die Ansteckungsrate deutlich höher als bei 20 Grad.

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