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Allergie oder Verkühlung?

Wenn Taschentücher zu ständigen Begleitern werden Bild: colorbox.de

Allergie oder Verkühlung?

Husten, Schnupfen, rote Augen: Experte erklärt, ob Viren oder Pollen schuld sind.

Von Dietlind Hebestreit, 22. April 2015 - 04:56 Uhr

Die Nase rinnt, die Augen brennen und ein böser Husten tut in der Brust weh: Mit diesen Beschwerden haben zur Zeit viele Menschen in Oberösterreich zu kämpfen. Oft ist nicht klar, ob es sich dabei um eine Erkältung oder um eine Allergie handelt. Denn Patienten haben es momentan oft entweder mit hartnäckigen grippalen Infekten oder mit allergischen Reaktionen zu tun.

Ähnliche Symptome

Auch wenn sich die Symptome ähneln, die Ursachen sind komplett unterschiedlich. Bei einer Erkältung handelt es sich um eine Infektionskrankheit, bei der sich der Mensch mit Viren oder Bakterien ansteckt. "Das sind lebende Organismen. Bei der Allergie sind hingegen tote Stoffe wie Pollen, Tierhaare, Hausstaubmilbenkot oder Nahrungsmittel der Auslöser", sagt der oberösterreichische Hausärztesprecher Wolfgang Ziegler. Er erklärt, wie sich die Symptome am besten deuten lassen:

Schnupfen: Im Anfangsstadium lässt sich schwer erkennen, ob die rinnende Nase durch eine Allergie oder eine Infektion bedingt ist. Denn anfangs ist der Schnupfen auch bei Erkältungen durchsichtig und dünnflüssig. Nach einiger Zeit bekommt der Schnupfen bei Infektionen jedoch meist eine festere Konsistenz und färbt sich gelb oder grünlich. Das deutet dann auf eine Infektion mit Viren oder Bakterien hin. Bei Allergien ist das Sekret hingegen immer flüssig und durchsichtig.

Rote Augen: Sowohl bei Infektionen als auch bei Allergien kann sich das Bindehautgewebe im Auge röten. Allerdings jucken die Augen bei Allergien stark, bei Erkältungen ist das nicht der Fall.

Husten: Bronchitis oder allergischer Husten lassen sich oft nur schwer auseinanderhalten. Generell gilt bei allen Allergie-Symptomen: Sie ändern sich mit dem Wetter und mit der Tageszeit. Wer also an manchen Zeiten des Tages, im Haus oder bei Regenwetter keine Symptome hat, aber im Freien und bei windigem Wetter besonders geplagt ist, hat mit großer Wahrscheinlichkeit eine Allergie. Das lässt sich auch testen, wenn man mindestens ein bis zwei Stunden in einen Raum geht, der keine Frischluftzufuhr hat, zum Beispiel in den Keller. Lassen die Symptome dort nach, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Pollen die Übeltäter sind. Außerdem bildet sich bei Erkältungshusten nach einiger Zeit meist Schleim.

Niesen: Bei Allergien ist auffällig, dass die Nase juckt – bei Erkältungen nicht.

Kopfschmerzen: Sie deuten genauso wie Gliederschmerzen, Fieber oder Schüttelfrost auf eine Infektion hin.

 

Wer heftige Beschwerden hat, sollte diese auf jeden Fall vom Arzt abklären lassen: Ob eine Allergie vorliegt, lässt sich etwa mit dem sogenannten Pricktest feststellen, bei dem Allergenextrakte auf die Haut aufgetropft und diese anschließend mit einer Lanzette leicht angestochen werden. Rote Stellen zeigen dann, auf was der Mensch allergisch ist. Auch ein Bluttest ist möglich. Allergischer Husten sollte unbedingt bekämpft werden, damit kein Asthma entsteht. Durch Hyposensibilisierung mit Spritzen, Tropfen oder Tabletten lässt sich nachhaltig vorbeugen. Im Akutfall helfen oft Antihistamine, manchmal ist sogar für gewisse Zeit Kortison sinnvoll.

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