Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Samstag, 25. November 2017, 08:35 Uhr

Linz: 2°C Ort wählen »
 
Samstag, 25. November 2017, 08:35 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Gesundheit

Jungbrunnen für die Seele

Die Psychologin Christa Schirl sagt: „Das Wichtigste, um gesund alt zu werden, ist, einen Sinn im Leben zu haben.“

Jungbrunnen für die Seele

Schirl ist Psychologin, Psychotherapeutin und Supervisorin. (A. Friedl-Prenninger) Bild: Anette Friedel-Prenninger

Wer jung bleiben will, braucht einen Sinn im Leben, soziale Kontakte und eine gute Vorstellung von der Zukunft“, sagt die Linzer Psychologin Christa Schirl. Sie erzählt von einer Klientin, die 64 Jahre alt war, als ihr Mann starb. Der Sohn lebt in Amerika. Und die Pensionistin fragte sich: „Was tue ich jetzt mit meinem Leben?“

Sie erinnerte sich, was ihr schon immer Freude gemacht hatte: Kinder und Lernen. Die 64-Jährige begann, Migrantenkinder in der Volksschule beim Lernen zu unterstützen. Das machte ihr so viel Freude, dass sie selbst Türkisch lernte und einen türkischen Freundeskreis bekam, der wie eine zweite Familie für sie wurde. Das Sinnlosigkeitsgefühl war nach einem halben Jahr verschwunden.

„Es ist wichtig, sich nicht nur auf einen Wert zu konzentrieren, die Arbeit oder die Familie, um nicht in eine Sinnkrise zu fallen“, sagt Schirl. Schöpferische Werte, wie Malen, Singen, Garteln oder eine Sprache zu lernen, sind ebenso wichtig wie Erlebniswerte, etwa ein Musikstück zu hören, ein gutes Essen oder nur den Ausblick vom Balkon zu genießen. Einstellungswerte sind ebenso nötig, um jung zu bleiben: Das bedeutet, mit einer Schwäche positiv umzugehen. „Ich kann etwa wegen einer Knieverletzung nicht mehr laufen, dafür habe ich jetzt mehr Zeit zum Malen“, sagt Schirl und nennt ein weiteres Beispiel: „Eine meiner Klientinnen hat in der Pension mit dem Klavierspielen begonnen. Sie hat nun endlich Zeit dafür.“

Freunde halten jung

Um glücklich und gesund durchs Leben zu gehen, braucht der Mensch auch Freunde, wie eine Studie der Harvard Medical School ergab. Je mehr Freundinnen die Frauen hatten, desto geringer war die Wahrscheinlichkeit, altersspezifische Beschwerden zu entwickeln. „Damit jemand lebensfroh altern kann, sollte er sich schon in jungen Jahren darum kümmern, gute Freunde zu haben“, sagt die Linzer Psychologin. Soziale Kontakte lassen sich jederzeit auch über sportliche Aktivitäten knüpfen. Dafür ist es nie zu spät. „Eine alleinstehende Pensionistin, die bei mir in der Praxis war, hat mit Line-Dance angefangen und dadurch viele andere Frauen kennengelernt“, sagt Schirl.

Eine gute Vorstellung von der Zukunft ist auch ein Jungbrunnen für die Seele. „Manche wollen nicht alt werden, weil sie vom Alter kein schönes Bild haben“, sagt Schirl. Gute Vorbilder sind da wichtig. Die Psychologin hat neben ihren Eltern und Großeltern auch ihre Nachbarn als solche. „Die sind ganz besonders. Das Paar ist über 80 Jahre alt und hat so eine Lebensweisheit und so eine Liebenswürdigkeit. Die beiden sind auch gern unterwegs. Sie fliegt demnächst nach Australien“, erzählt Schirl und schwärmt von der „einzigartigen Verbindung, die sie zur Natur haben. Sie haben etwa schon an kleinen Pflanzen eine große Freude.“

Kommentare anzeigen »
Artikel Sabine Novak 08. August 2012 - 00:04 Uhr
Meistgelesene Artikel   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS
Bitte Javascript aktivieren!