Nach Recherchen der „Tiroler Tageszeitung“ waren die Experimente der Ärztin, die 1998 starb, an der Innsbrucker Kinderpsychiatrie kein Geheimnis. Eine ehemalige diplomierte Krankenschwester berichtete der Zeitung gestern, dass die Methoden intern unter den Teppich gekehrt worden sind. Maria Nowak-Vogl, die damalige Leiterin der Kinderpsychiatrie, verabreichte das veraltete Medikament „Epiphysan“ an Mädchen, die ihrer Ansicht nach sexuell übererregt waren.
Nach einer Fernseh-Reportage des ORF im September 1980, in der die Psychiaterin – wie berichtet – die Verabreichung des Medikamentes zugegeben hatte, wurde bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck Anzeige erstattet.
„Es wurde ein Gutachten angefordert, das klären sollte, ob das Medikament zu Schädigungen führen kann“, zitierte gestern der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Hansjörg Mayr, aus dem Akt. Das verlangte Gutachten fertigte aber Kornelius Kryspin-Exner an: Er war der direkte Vorgesetzte von Maria Nowak-Vogl. „Laut ihm hätte das Mittel keine Nebenwirkungen gehabt“, sagte Mayr. Aus diesem Grund wurde das Verfahren von der Staatsanwaltschaft eingestellt.
Detail am Rande: Das Medikament „Epiphysan“ war in Österreich bis Anfang der 1990er Jahre zugelassen. „Als Indikation listete die Austria-Kodex-Fachinformation für Ärzte und Apotheker den Begriff ‘Hypersexualität’ auf. Dies entsprach aber bereits lange nicht mehr dem Stand der Wissenschaft“, sagen Mediziner den OÖNachrichten.
Trotz der Einstellung des Verfahrens gegen Nowak-Vogl kam es an der Universität Innsbruck zu einer breiten Ablehnung der Professorin durch Studenten: „Zusammen mit anderen Kollegen habe ich bereits vor 1980 eine Vorlesung der Psychiaterin blockiert, weil sie auch Kinder nackt präsentierte“, sagte Gabriele Ebner-Rangger der „Tiroler Tageszeitung“.
Auch nach 1980, als die Experimente bereits öffentlich waren, versuchten Studenten gegen Nowak-Vogl vorzugehen. Michaela Ralser, inzwischen stellvertretende Leiterin des Instituts für Erziehungswissenschaft, hat an den Vorlesungen von Nowak-Vogl nicht teilgenommen und Widerstand organisiert.
Dennoch reagierte niemand – auch nicht im Wissenschaftsministerium, in dem ebenfalls Beschwerden eingingen. So war Nowak-Vogl bis 1987 an der Uniklinik aktiv.
Medizin-Uni Innsbruck richtet Telefonhotline ein
"Die Medizinische Universität Innsbruck drückt ihre Besorgnis über die kolportierten Therapiemethoden aus", hieß es in der Stellungnahme weiter. Man verfolge mit großer Anteilnahme gegenüber den Patienten und ihren Angehörigen die Berichterstattung. Um Menschen in Tirol, die von den früheren neurologischen und psychiatrischen Behandlungsmethoden betroffen gewesen sein sollen, zur Seite stehen zu können, werde gemeinsam mit Wolfgang Fleischhacker, Direktor des Departments Psychiatrie und Psychotherapie in Innsbruck, die Informationsstelle eingerichtet.
"grosse Anteilnahme"-jetzt plötzlich,wo sich nichts mehr vertuschen lässt...
besser gehts ja nimmer! Was hat man sich da für ein Ergebnis erwartet? "Sie ist fachlich ein totaler Blindgänger, aber ein strammes Naziweib!" ??? Also Bestens geeignet ..........
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