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"Euro-Rettungsschirm" als Wort des Jahres 2011

WIEN. Vertrauen ist gut, ein Fallschirm ist besser. "Euro-Rettungsschirm" ist laut der zuständigen österreichischen Fachjury unter Leitung von Professor Rudolf Muhr von der Fakultät für Umwelt- und Erziehungswissenschaften an der Universität Graz das Wort des Jahres 2011.

Beim Un-Wort schoss sich das Gremium, welches die Wahl in Kooperation mit der APA - Austria Presse Agentur durchführte, auf "Töchtersöhne" ein. Den Spruch des Jahres formulierte demnach Finanzministerin Maria Fekter (V) typisch österreichisch: "shortly, without von delay". Und bereits zuvor bis auf Kabarett-Ebene gehievt worden ist der nunmehrige "Un-Spruch" des Jahres 2011: "Wos woa mei Leistung?" (Copyright: Walter Meischberger). Und hier die Details: Auf dem höchsten Stockerl das "Erste Wort des Jahres 2011": Euro-Rettungsschirm. "Die Wahl dieses Wortes ist durch seine Bedeutung und aufgrund der Häufigkeit des Auftretens in den Medien begründet. Zudem hat das Wort zwei positive Bedeutungen, indem es als 'Schirm' Schutz vor von oben kommenden negativen Auswirkungen verspricht, gleichzeitig aber auch als 'Rettungsschirm' eine weiche Landung der in die Krise geratenen Wirtschaft der Euro-Länder in Aussicht stellt", lautet die Begründung.

Auf dem zweiten Platz dann: "Arabischer Frühling", der aktuelle Ereignisse "historischer Größe" bezeichne, sich an den "Prager Frühling" anlehne und die Hoffnung auf eine umfassende Demokratisierung in autoritär regierten Ländern ausdrücke. Der "Inseratenkanzler" landete schließlich auf dem dritten Rang. Hier sei allerdings der "Wahrheitsgehalt derartiger Behauptungen" erst Gegenstand des Korruptionsausschusses des Nationalrates.

Töchtersöhne, Lobbyisten und "letal vergrämen"

Das "Erste Un-Wort des Jahres 2011": Töchtersöhne. Die Jury der Sprachgewaltigen: "Das Un-Wort des Jahres 2011 ist aus der Verkürzung der neu formulierten Zeile 'Heimat, bist du großer Töchter, Söhne' der österreichischen Bundeshymne entstanden und stellt eine sprachlich sehr unglückliche Formulierung dar, da damit unbeabsichtigt die von Töchtern geborenen männlichen Enkel gemeint sein können. Die mangelhaft gestaltete Hymnenzeile war Anlass dafür, dass von verschiedenen Seiten ein legitimes Anliegen der Frauen in Zweifel gezogen wurde. Es ist die mangelhafte sprachliche Form und die damit verbundenen Reaktionen, die den Ausdruck zu einem Unwort machen."

Die "silberne Medaille" erhielt in dieser Kategorie der "Lobbyist" zugesprochen. Der neutrale Begriff sei durch "korrupte und manipulative Tätigkeit" einiger Berufsvertreter in Verruf gekommen. Das "bronzene" Un-Wort des Jahres stammt aus dem vor kurzem novellierten steirischen Naturschutzgesetz: "letal vergrämen". Ein einfallsreicher Euphemismus für das Töten von Vögeln.

Jugendwort, Spruch- und Un-Spruch des Jahres

Nicht einzelne Wörter oder Begriffe machen Sprache aus, es sind Sätze oder Sprüche. Finanzministerin Maria Fekter (V) wird hier mit dem "Spruch des Jahres 2011" vor den Vorhang gebeten: "shortly, without von delay".

"Die Zeit, die wir uns gegeben haben, ist shortly. Und auf Ihre Frage, was das heißt, sage ich Ihnen: "shortly, without von delay" (die Finanzministerin, nach einer EU-Krisensitzung zur Schuldenkrise, 13. Juli 2011). Dieser Ausspruch sei symptomatisch für die Überforderung von europäischen Politikern in der komplexen wirtschaftlichen Situation, in der sich die EU derzeit befinde, so die Jury.

Und dann der "Un-Spruch des Jahres 2011": Wos woa mei Leistung? "Dieser von Walter Meischberger in einem 'privaten' Gespräch gemachte Ausspruch bezog sich auf Absprachen, die in Bezug auf Rechnungen getätigt werden und vor der Staatsanwaltschaft bestimmte Provisionszahlungen im Rahmen von Immobilienverkäufen begründen sollten. Er steht für viele ähnliche Vorkommnisse, die derzeit gerichtsanhängig sind und fehlendes Unrechtsbewusstsein zeigen. Für Meischberger und andere gilt die Unschuldsvermutung", stellte die Jury fest.

Weitere Kategorien: Das "Erste Jugendwort des Jahres 2011": liken ("Gefällt mir"), danach "planking" und auf dem dritten Platz "egosurfen" als Ausdruck für das Suchen bzw. Gieren nach möglichst vielen Eintragungen der eigenen Person im Internet.

Kommentare
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Artikel 07. Dezember 2011 - 08:53 Uhr
nachrichten.at/apa
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.  Bild: apa/pessenlehner

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Sollen "Töchter" in die Bundeshymne?

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