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Pizzeria in die Luft gesprengt: "Wollten Rauch erzeugen"

WIEN. Ein Jahr ist es her, dass im niederösterreichischen Hollabrunn eine Pizzeria in die Luft gejagt wurde. Dafür verantwortlich sollen zwei Tschetschenen im Alter von 28 und 43 Jahren sein. Sie standen am Donnerstag erneut vor Gericht.

Flammen

(Symbolbild) Bild: colourbox.com

Bisher wird den Angeklagten Brandstiftung vorgeworfen. Mit den heutigen Aussagen der zwei Tschetschenen, die das Feuer gelegt haben sollen, steht auch ein möglicher bedingter Tötungsvorsatz im Raum.

Im Vorhinein haben die beschuldigten Tschetschenen ihre Aussage verweigert, vor Gericht legten sie jedoch umfassende Geständnisse ab. Sie belasteten dabei den Betreiber der Pizzeria, der in versicherungsbetrügerischer Absicht das Feuer in Auftrag gegeben haben soll, sowie dessen Neffen schwer.

Der 43-jährige Angeklagte gab an, er habe sich wenige Tage vor dem Brand mit dem Betreiber und dessen Neffen getroffen. Der Betreiber habe dabei gejammert, dass die Geschäfte nicht gut laufen würden. Deshalb soll er vom 43-Jährigen "einen Brand bestellt" haben. Aufgrund seiner Schulden willigte dieser ein.

Der Betreiber sowie sein Neffe hätten dem Angeklagten versichert, "alles vorzubereiten". Der Jüngere bekannten sich vor Gericht nicht schuldig. Der Betreiber der Pizzeria räumte ein, vom Brandanschlag auf sein Lokal gewusst zu haben. Der Plan dazu sei aber nicht von ihm, sondern seinem Neffen gekommen: "Ich konnte ihn nicht stoppen".

Mit einer 1,5 Liter-Flasche Benzin und Papiertücher sollte ein überschaubares Feuer entstehen. Stattdessen ist es zu einer wuchtigen Explosion gekommen. Beide Tschetschenen wurden um die eigene Achse zurückgeschleudert. Der Jüngere erlitt schwere Verletzungen. Das Portal des Gebäudes wurde aus der Verankerung gerissen, davor geparkte Pkw wurden stark beschädigt. Sogar Fensterscheiben auf der gegenüber liegenden Straßenseite gingen zu Bruch.

"Wollten Rauch erzeugen"

Auch der zweite Tschetschene, der in der Pizzeria in Hollabrunn ein Feuer entfacht hatte, fühlte sich vom Lokal-Betreiber hereingelegt. Es sei ausgemacht gewesen, "dass wir ein bisschen Benzin herumschütten. Wir wollten Rauch erzeugen, Ruß, dass die Wände schwarz werden", sagte der 28-Jährige. An eine Explosion hätte er nie gedacht: "Ich weiß nicht, welche Bomben die Türken dort gelagert haben."

Die Verhandlung ist bis zum 19. April anberaumt.

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Artikel nachrichten.at/apa 08. März 2018 - 16:03 Uhr
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