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Pegida in Wien: 13 Festnahmen, zahlreiche Anzeigen

WIEN. Die erste Pegida-Kundgebung in Wien war turbulent, 13 Personen wurden festgenommen. Ermittelt wird auch gegen Verstöße nach dem Verbotsgesetz. Ein zweiter Versuch wird bereits am Sonntag in Linz gestartet.

Pegida in Wien Bild: HERBERT P.OCZERET (APA/HERBERT P.OCZERET)

350 Anhänger der islam-feindlichen Pegida-Gruppierung versammelten sich um 18.30 Uhr in Wien auf der Freyung um in Richtung Am Hof zu marschieren. Daran wurden sie aber von Aktivisten der Gegenkundgebung, an der schon ab 16 Uhr 5.000 Menschen teilnahmen, gehindert. "Sie verhinderten durch ihren passiven Widerstand den Weitermarsch der Pegida-Kundgebung, obwohl sie mit Lautsprecherdurchsagen wiederholt aufgefordert wurden, ihr rechtswidriges Verhalten einzustellen", so die Wiener Polizei. Die Identität der Blockierer wurde erhoben und einige werden gemäß § 285 StGB (Verhinderung oder Störung einer Versammlung) angezeigt.

Nach einer Stunde "Steh-Demo" erklärten die Verantwortliche der Pegida Wien die Kundgebung schließlich für beendet. Viele Teilnehmer wollten trotz mehrfacher Aufforderung der Polizei den Versammlungsort nicht verlassen, was zu Identitätsfeststellung und zahlreiche Anzeigen nach dem Versammlungsgesetz führte.

Viel schwerer wiegt allerdings, dass es offenbar auch zu Verstößen nach dem Verbotsgesetz gekommen ist. Die Polizei geht derzeit den zahlreicher Hinweise in den Medien und sozialen Netzwerken nach, Videos und Fotos werden derzeit ausgewertet, wie die Landespolizeidirektion Wien auf Twitter bekanntgibt. 

 

"Die Auswertung der bereits vorliegenden Ermittlungsansätze wird auf die Beurteilung der Rechtmäßigkeit nachfolgender Versammlungen erheblichen Einfluss haben", so Polizei-Pressesprecher Roman Hahslinger.

Organisator Georg Immanuel Nagel bezeichnete Montag Abend die Vorwürfe, es habe Hitlergrüße und Verstöße gegen das Verbotsgesetz geben noch als "total abstruse" Lügen, derartiges habe "nicht stattgefunden" und auch in der Sendung "Puls 4 Pro und Contra" gezeigtes Bildmaterial sei "nicht eindeutig".

Dienstag Mittag klang dies schon etwas anders, man distanzierte sich von Teilnehmern, die derartige Aktionen gesetzt hätten. Auf Facebook und in einem Statement von Sprecher Nagel war von "Provokateuren" die Rede. Die Organisation könne "bei aller Anstrengung nicht ausschließen, dass sich vereinzelt Provokateure - von links oder rechts - unter uns gemischt hatten, die nicht sofort aus der Masse entfernt werden konnten". Von diesen Provokationen distanziere man sich "natürlich aufs Schärfste", hieß es. Kritisiert wurde, dass Medien durch solche Berichte einen "falschen Gesamteindruck" vermitteln würden.

 

 

 

Insgesamt wurden dreizehn Personen festgenommen und Anzeigen auf beiden Seiten erstattet. Darüber hinaus kam es zu einer Körperverletzung (wie berichtet, soll eine Gegendemonstrantion niedergeschlagen worden sein), Sachbeschädigungen wurden bislang keine gemeldet.

Auf der Facebook-Seite von Pegida Wien zeigen sich die Organisatoren zufrieden mit der ersten Kundgebung und bejubeln die Teilnehmerzahl.

 

 
 

 

Die offizielle Teilnehmerzahl von 350 bestreitet Organisator Nagel, er spricht von 2.000 Unterstützern für Pegida Wien.
 
 
Nun will man sich auch auf andere Bundesländer ausweiten. So ist schon für Sonntag (8. Februar, 15.30 Uhr) eine Kundgebung in Linz geplant und laut den Veranstaltern auch bereits bewilligt.
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Artikel nachrichten.at/eiba 03. Februar 2015 - 09:19 Uhr
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