Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Donnerstag, 19. April 2018, 17:44 Uhr

Linz: 24°C Ort wählen »
 
Donnerstag, 19. April 2018, 17:44 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Chronik

Nach Todesfahrt mit 540-PS-Boliden: Limit für junge Lenker?

AMSTETTEN. Im Spital starb eine 17-jährige Mofalenkerin, die von einem 21-Jährigen auf der B 121 angefahren wurde. Der Autolenker war mit einem 540-PS-Boliden ins Schleudern geraten und hat das Mofa gerammt.

(Symbolfoto) Bild: Weihbold

Es war ein tragischer Unfall, der sich am Samstag auf der Bundesstraße 121 im Gemeindegebiet von Mauer ereignet hat: Ein 21-Jähriger geriet bei einem Überholmanöver auf regennasser Fahrbahn ins Schleudern und prallte gegen das Mofa einer 17-Jährigen, die ihm entgegenkam. Die junge Frau, Tanja O. aus Neuhofen an der Ybbs, erlag ihren Verletzungen.

Das Auto des jungen Mannes: ein Audi R8 quattro 42, ein 540 PS starker Sportwagen, den er von seinen Eltern geschenkt bekommen haben soll.

Laut ÖAMTC-Bericht aus 2016 sind Autolenker zwischen 17 und 24 Jahren die Altersgruppe, die am häufigsten bei Unfällen mit Pkw-Beteiligung tödlich verunglückt.

Trotzdem wäre es verallgemeinernd, junge Menschen per se oder Sportwagen als Risikofaktoren darzustellen, sagt der Linzer Verkehrspsychologe Werner Ortner vom „Institut Vorrang“: „Sehr viele junge Lenker verhalten sich verantwortungsbewusst, fahren sicher und angepasst. Einzelne, überwiegend männliche junge Lenker treten jedoch negativ in Erscheinung als sogenannte Raser und Hochrisikolenker und verursachen entsprechende Unfälle.“

„Das wäre eine Bevormundung“

Dabei spielt es keine Rolle, ob jemand einen Sportwagen fährt oder nicht, denn jedes Fahrzeug kann sicher bewegt werden. Allerdings würden „starke Autos nicht nur gerne als Prestigeobjekte verwendet, sondern auch um negative Persönlichkeitsmerkmale im Straßenverkehr auszuleben“, sagt Ortner.

Eine PS-Beschränkung für junge Lenker, wie sie öfter diskutiert wird und bei Motorrädern schon eingeführt wurde, hält er aber nicht für sinnvoll: „Das wäre eine unverhältnismäßige Bevormundung und würde gleichermaßen alle treffen, auch die Vernünftigen.“ Zudem könnte ein PS-Limit verstärkt zu illegalem Leistungstuning führen.

Besser sei es, auf Prävention und Bewusstseinsbildung zu setzen. Die Verlängerung des Probeführerscheins auf drei Jahre gehe in die richtige Richtung. Bei massivem Schnellfahren könnte auch eine psychologische Untersuchung vorgeschrieben werden. (wal)

Ihre Meinung interessiert uns! Stimmen Sie ab

 
Kommentare anzeigen »
Artikel 17. Juli 2017 - 20:47 Uhr
Mehr Chronik

Pizzeria in Hollabrunn gesprengt: Mehrjährige Haftstrafen

WIEN/HOLLABRUNN. Mit mehrjährigen Haftstrafen für sämtliche Beteiligte ist am Donnerstag am Wiener ...

Der Fall Fritzl: Zehn Jahre danach

AMSTETTEN. Am 19. April 2008 wurde die kranke Tochter des Peinigers vor dem Spital in Amstetten gefunden – ...

Prozess um Mordauftrag gegen Ex-Frau: Wiener auf freiem Fuß

WIEN. Kein Urteil hat es am Donnerstag am Landesgericht für Strafsachen im Prozess gegen einen 68-jährigen ...

Baby erlitt Schütteltrauma: Freispruch

WIENER NEUSTADT. Ein 36-Jähriger ist am Donnerstag am Landesgericht Wiener Neustadt vom Vorwurf der ...

Bis zu 27 Grad am Wochenende

WIEN. Pünktlich zum Wochenende werden ab Freitag in Österreich bis zu 27 Grad erwartet.
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS
Bitte Javascript aktivieren!