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Im Kokainrausch Polizisten gebissen: Zehn Monate Haft

KLAGENFURT. Ein 26-jähriger Kärntner ist am Freitag am Landesgericht Klagenfurt wegen Begehung einer strafbaren Handlung im Zustand voller Berauschung zu zehn Monaten Haft verurteilt worden.

Der Hepatitis-C-Kranke hatte im Kokainrausch mit einer Schere herumgefuchtelt und einen Polizisten in den Arm gebissen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der 26-Jährige hatte sich gleich zu Prozessbeginn schuldig bekannt. Vor der Tat, die sich im Mai in Klagenfurt ereignet hatte, habe er drei Tage lang nicht geschlafen, sagte er in der Verhandlung aus. Da er Probleme mit einem Dealer hatte, habe er sich von Leuten aus der Drogenszene verfolgt gefühlt. An die Tat selbst könne er sich nicht mehr erinnern.

"In einem Ausnahmezustand"

Dafür schilderte am Freitag ein als Zeuge geladener Polizist umso genauer, was sich am Tag der Tat abgespielt hatte. "Es hat geheißen, dass ein verwirrter Mann auf der Straße herumläuft, der Passanten bedroht", sagte der Polizist. Als der 26-Jährige die Beamten sah, rannte er durch mehrere Lokale davon - mit nacktem Oberkörper und mit einer Schere in der Hand. "Der Mann war meiner Meinung nach in einem Ausnahmezustand. Er hat wirr geredet, gesagt, dass Leute hinter ihm her seien, die ihm den Kopf abschneiden wollten", sagte der Beamte.

In seinem Zustand hatte der Mann ungeahnte Kräfte entwickelt. "Vier Leute waren nötig, um ihn zu fixieren. Dabei wurde mein Kollege gebissen, ich selbst habe eine Abschürfung erlitten", so der Polizist. Wie auch sein Kollege weiß er erst sechs Monate nach der Tat, ob er sich angesteckt hat - bis dahin sind noch Untersuchungen nötig.

"Ich habe vor der Tat Kokain gespritzt", sagte der Angeklagte, der bereits mehrmals verurteilt wurde, nun aber von denn Drogen wegkommen will. Das sei laut Aussage eines Sachverständigen aber nur mit einer stationären Therapie zielführend: "Wenn er weiter Drogen nimmt, dann ist wahrscheinlich davon auszugehen, dass er weitere strafbare Handlungen begeht."

Einweisung als "einzige Chance"

Richter Manfred Herrnhofer sprach neben der zehnmonatigen Haft auch den Widerruf einer weiteren, bedingten Haftstrafe aus, was die Strafe auf 13 Monate erhöhte. Zusätzlich ordnete er auch die Einweisung in eine Anstalt für entwöhnungsbedürftige Rechtsbrecher an. "Trotz aller Auflagen und Ihrer ambulanten Therapie haben Sie wieder Kokain genommen", begründete Herrnhofer das Urteil gegen den sechs Mal einschlägig vorbestraften Mann.

Bei seiner Festnahme habe der Mann noch Glück gehabt, dass ein Polizist ihn mit einer Halsklammer überwältigt hatte: "In anderen Staaten geht das, wie wir wissen, ganz anders aus", meinte Herrnhofer. Die Einweisung bezeichnete der Richter als "einzige Chance" für den 26-Jährigen: "Wenn Sie da sagen, ich mache nicht mit, dann sind Sie wieder im Strafvollzug."

Der Angeklagte erbat drei Tage Bedenkzeit, Staatsanwältin Daniela Zupanc gab keine Erklärung ab.

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Artikel nachrichten.at/apa 12. August 2017 - 04:49 Uhr
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