Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Montag, 18. Juni 2018, 21:36 Uhr

Linz: 23°C Ort wählen »
 
Montag, 18. Juni 2018, 21:36 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Chronik

"Homosexuelle sind gestört": Bischof angezeigt

SALZBURG/ LINZ/ BERLIN. Drei deutsche SPD-Politiker reagieren auf umstrittenen Hirtenbrief mit einer Anzeige.

Weihbischof Andreas Laun

Bezeichnet Homosexuelle als "irgendwie gestört" und anatomisch missgebildet: Der Salzburger Weihbischof Andreas Laun.   Bild: (APA)

Ein Ende März im katholischen Internetmagazin www.kath.net veröffentlichter "Hirtenbrief" des scheidenden Salzburger Weihbischofs Andreas Laun hat dem 74-Jährigen nun eine Strafanzeige in Deutschland eingebracht. Wie der "Standard" am Donnerstag online berichtete, haben drei deutsche SPD-Bundestagsabgeordnete und ein Mitglied der SPDqueer gemeinsam die Staatsanwaltschaft Berlin eingeschaltet.

"Menschenverachtend und hetzend"

Laut www.queer.de, einem Magazin der deutschen LGBTI-Gemeinschaft (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und Intersexuelle), richtet sich der Strafantrag nicht nur gegen Laun, sondern auch gegen www.kath.net. Das Portal helfe mit der Veröffentlichung des Laun-Textes, zum Hass gegen Teile der Bevölkerung anzustacheln. Die Internetseite sei schließlich auch "für deutsche Nutzer ohne Einschränkungen zugänglich".

Laun hatte in seinem als Hirtenbrief titulierten Schreiben umfassend gegen die "Gender-Ideologie" gewettert und dabei Homosexuelle als "irgendwie gestörte Männer und Frauen, die anatomisch eine kleine Missbildung haben oder eine sexuelle Anziehung zum eigenen Geschlecht verspüren" bezeichnet. Da Laun österreichischer Staatsbürger sei und www.kath.net seinen Sitz in Linz habe, forderten die Anzeiger die Staatsanwaltschaft Berlin auf, über ein Rechtshilfeersuchen eine strafrechtliche Verfolgung in Österreich zu erreichen.

"Bei solchen menschenverachtenden und hetzenden Äußerungen ist auch strafrechtlich gegen eine Bischof der katholischen Kirche vorzugehen", erklärte Christopher Jäscke, der stellvertretende Landesvorsitzende der SPDqueer in Berlin. Und einer der anderen Anzeiger, SPD-Bundestagsabgeordneter Karl-Heinz Brunner, sagte, Laun bediene sich eines Vokabulars, "wie ich es nur von Diktatoren oder Islamisten kenne".

Kritik auch aus Österreich

Kritik gab es nach der Veröffentlichung des Briefs auch von der Salzburger Homosexuelleninitiative HOSI. Auch die katholischen Dechanten in Salzburg hatten sich von dem "Hirtenbrief" Launs distanziert. Seine Aussagen seien "ausschließlich persönliche Meinung des Autors". Wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Salzburg am Donnerstag sagte, scheint hierzulande bisher noch keine Anzeige gegen Laun auf.

Kommentare anzeigen »
Artikel nachrichten.at/apa 13. April 2017 - 17:12 Uhr
Mehr Chronik

Unternehmer bezeichnete Arbeiter als "wertlos"

WIEN. In der Diskussion um den Zwölf-Stunden-Tag hat die Aussage eines Wirtschaftsbund-Mitglieds auf ...

Unbekannter attackierte drei Maturanten mit Hammer

SALZBURG. Mit einem Hammer hat am vergangenen Mittwoch in der Stadt Salzburg ein Unbekannter drei Burschen ...

Freund mit abgebrochener Flasche erstochen: Fünf Jahre Haft

WIEN. Weil sie im Juli des Vorjahres auf der Donauinsel ihren Freund (29) mit einer abgebrochenen Flasche ...

14-Jährige angefahren - Lenker verhinderte Foto und flüchtete

GRAZ. Eine 14-Jährige ist in Graz von einem Auto angefahren und verletzt worden.

Mithäftling mit Tischbein erschlagen: Lebenslange Haft

GRAZ. Im Grazer Straflandesgericht ist am Montag ein Kärntner wegen Mordes an einem Mithäftling zu ...
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS
Bitte Javascript aktivieren!