Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Mittwoch, 28. Juni 2017, 19:38 Uhr

Linz: 27°C Ort wählen »
 
Mittwoch, 28. Juni 2017, 19:38 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Chronik

"Homosexuelle sind gestört": Bischof angezeigt

SALZBURG/ LINZ/ BERLIN. Drei deutsche SPD-Politiker reagieren auf umstrittenen Hirtenbrief mit einer Anzeige.

Weihbischof Andreas Laun

Bezeichnet Homosexuelle als "irgendwie gestört" und anatomisch missgebildet: Der Salzburger Weihbischof Andreas Laun.   Bild: (APA)

Ein Ende März im katholischen Internetmagazin www.kath.net veröffentlichter "Hirtenbrief" des scheidenden Salzburger Weihbischofs Andreas Laun hat dem 74-Jährigen nun eine Strafanzeige in Deutschland eingebracht. Wie der "Standard" am Donnerstag online berichtete, haben drei deutsche SPD-Bundestagsabgeordnete und ein Mitglied der SPDqueer gemeinsam die Staatsanwaltschaft Berlin eingeschaltet.

"Menschenverachtend und hetzend"

Laut www.queer.de, einem Magazin der deutschen LGBTI-Gemeinschaft (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und Intersexuelle), richtet sich der Strafantrag nicht nur gegen Laun, sondern auch gegen www.kath.net. Das Portal helfe mit der Veröffentlichung des Laun-Textes, zum Hass gegen Teile der Bevölkerung anzustacheln. Die Internetseite sei schließlich auch "für deutsche Nutzer ohne Einschränkungen zugänglich".

Laun hatte in seinem als Hirtenbrief titulierten Schreiben umfassend gegen die "Gender-Ideologie" gewettert und dabei Homosexuelle als "irgendwie gestörte Männer und Frauen, die anatomisch eine kleine Missbildung haben oder eine sexuelle Anziehung zum eigenen Geschlecht verspüren" bezeichnet. Da Laun österreichischer Staatsbürger sei und www.kath.net seinen Sitz in Linz habe, forderten die Anzeiger die Staatsanwaltschaft Berlin auf, über ein Rechtshilfeersuchen eine strafrechtliche Verfolgung in Österreich zu erreichen.

"Bei solchen menschenverachtenden und hetzenden Äußerungen ist auch strafrechtlich gegen eine Bischof der katholischen Kirche vorzugehen", erklärte Christopher Jäscke, der stellvertretende Landesvorsitzende der SPDqueer in Berlin. Und einer der anderen Anzeiger, SPD-Bundestagsabgeordneter Karl-Heinz Brunner, sagte, Laun bediene sich eines Vokabulars, "wie ich es nur von Diktatoren oder Islamisten kenne".

Kritik auch aus Österreich

Kritik gab es nach der Veröffentlichung des Briefs auch von der Salzburger Homosexuelleninitiative HOSI. Auch die katholischen Dechanten in Salzburg hatten sich von dem "Hirtenbrief" Launs distanziert. Seine Aussagen seien "ausschließlich persönliche Meinung des Autors". Wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Salzburg am Donnerstag sagte, scheint hierzulande bisher noch keine Anzeige gegen Laun auf.

Kommentare anzeigen »
Artikel nachrichten.at/apa 13. April 2017 - 17:12 Uhr
Weitere Themen

Schüler über Gleise gelotst: Lehrerin wieder angestellt

WIEN. Ein Arbeitsgericht entschied, dass eine 42-jährige Lehrerin zu Unrecht entlassen wurde.

Mordauftrag an Nebenbuhler: Sechs Jahre Haft

SALZBURG. Ein 46-jähriger Salzburger, der seinen Nebenbuhler umbringen lassen wollte, ist am ...

Tiroler stürzte beim Zirbensammeln von Baum - tot

FÜGENBERG. Ein 79-jähriger Tiroler hat sich am Mittwoch bei einem Sturz von einem Baum am Marchkopf in ...

Toter in Stausee Ottenstein gefunden

ZWETTL. Aus dem Stausee Ottenstein im Waldviertel ist am Mittwochvormittag ein Toter geborgen worden.

Kinderpornos und NS-Inhalte im Internet: 5000 Meldungen

WIEN. Bei Stopline, der Meldestelle für Kinderpornografie und Nationalsozialismus, sind 2016 fast 5000 ...
Meistgelesene Artikel   mehr »
Bitte Javascript aktivieren!