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Den Bergschnecken auf der Spur

Wissenschafter im Gesäuse versuchen die Verwandtschaftsverhältnisse unter den Hochgebirgsschleimern zu klären. Berichtet darüber wird im Wirtshaus.

Den Alpinisten unter den Schnecken auf der Spur

Forscher "on the rocks": In den Kalkalpen suchen Zoologen u. a. nach der 1 cm langen Zylinderfelsenschnecke Bild: NHM

Heuer schon zum 15. Mal treffen sich Zoologen aus mehreren Ländern in den Bergen, um beim Workshop "Alpine Landschnecken" mitzumachen. Dieses Jahr richteten die Forscher ihr Augenmerk auf "land snails on the rocks", also Schnecken auf Kalkfelsen, weshalb sich die Wissenschafter im Gesäuse treffen. Hier wird auf Mollusken Jagd gemacht, die wenig mit fetten Spanischen Wegschnecken zu tun haben, die Gartenbesitzern Alpträume bescheren. Vielmehr geht es um winzige Schnecken, oft kaum größer als Pfefferkörner, wie die Pyramidula pusilla. Diese Art besiedelt die Kalkalpen bis auf 2200 Meter Seehöhe. "Diese Arten sind Spezialisten, manche sogar endemisch in Österreich", sagte Elisabeth Haring, Leiterin der Forschungslaboratorien am Naturhistorischen Museum Wien (NHM). Gemeinsam mit Helmut Sattmann, Leiter der Dritten Zoologischen Abteilung im NHM, hat sie das Projekt "Phylogeography of alpine land snails", also die Erforschung von genetischer Abstammung und Vorkommen von Landschnecken in den Alpen, initiiert.

Vielseitige Ergebnisse

Zu Beginn stand die Erkenntnis, dass man Neuland betrete. "Es gibt viele alpine Schnecken, und es gab nur wenige Daten von sehr wenigen Beispielen", erinnert sich Haring. Seither hat sich der Schleier über den kleinen Schleimern ein wenig gehoben, dank der genetischen und morphologischen Erhebungen, die auch im oberösterreichischen Nationalpark Kalkalpen stattgefunden haben.

Den Alpinisten unter den Schnecken auf der Spur

Die Ergebnisse sind vielseitig. Einerseits hat sich bei vielen Arten durch genetische Untersuchungen bestätigt, was die Morphologie schon wusste. Aber bei einigen Bergschnecken enthüllte das Erbgut, dass sie eigenständige Arten sind und keine Hungerformen von im Tal lebenden Tieren. Eine Haarschneckenart konnte sogar einer anderen Gattung als bisher zugeordnet werden.

Darüber hinaus zeigte sich, wie alpine Schnecken die letzte Eiszeit überlebten: auf kleinen Inseln in oder an Rändern von Gletschern.

Ziel der Forschung, die vom Wissenschaftsfonds mitfinanziert wird, ist es, das Wissen über die Schnecken-Biodiversität zu vertiefen. Am NHM baut man dafür eine eigene Datenbank auf, mit der auch die Basis für ein Risikomanagement geschaffen wird. Denn: "Man muss in Betracht ziehen, dass der Klimawandel den alpinen Schneckenarten zusetzen wird", sagt Haring.

Vortrag für alle Interessierten: So., 20. 8., 18 Uhr, Gasthof Kölblwirt, Johnsbach im Gesäuse

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Artikel Klaus Buttinger 12. August 2017 - 02:34 Uhr
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