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Asteroid streifte Erde - In 25 Jahren droht uns aber der Super-GAU

Das war knapp! In der Nacht auf Mittwoch ist der 400 Meter große Asteroid „2005 YU55“ in 324.600 Kilometern Abstand an der Erde vorbeigeschrammt. Er kam uns dabei näher als der Mond.

In 25 Jahren droht uns der Super-GAU

Im Jahr 2036 könnte ein riesiger Asteroid die Erde treffen. Bild: NASA

Es war die engste Begegnung mit einem derart großen Brocken seit 1976. Gefahr für die Erde bestand zu keinem Zeitpunkt. Die NASA nutzte das Ereignis, um die Oberfläche des kohlschwarzen Objekts, das zum Großteil aus Kohlenstoffverbindungen besteht, mit Radioteleskopen bis auf zwei Meter genau zu kartieren.

Der Asteroid ist ein „Schutt der Schöpfung“ – ein Überbleibsel der Entstehung unseres Sonnensystems vor 4,6 Milliarden Jahren. Er zählt zu den 8321 bisher bekannten Objekten, die auf ihrer Bahn um die Sonne der Erde ungemütlich nahe kommen (830 von ihnen sind größer als ein Kilometer). Einen Einschlag des flugzeugträgergroßen Brockens schließen die Forscher am Jet Propulsion Laboratory der NASA in Pasadena für die nächsten hundert Jahre definitiv aus.

Doch es gibt eine reale Bedrohung. Sie geht von dem Ende 2004 erstmals gesichteten Asteroiden „Apophis“ aus. 323 Tage braucht er für einen Umlauf um die Sonne. Am Freitag, dem 13. April 2029 wird der 320 Meter dicke Gesteinsbrocken der Erde einen „Streifschuss“ verpassen. In 30.000 Kilometern Höhe wird er über dem Atlantik vorbeirasen, unterhalb der Ebene geostationärer Satelliten. Noch mit freiem Auge wird er dann zu sehen sein. Dabei wird die Schwerkraft der Erde seine Flugrichtung eine Spur verändern.

Der Gott des Chaos

Erwischt „Apophis“, benannt nach dem altägyptischen Gott des Chaos und der Dunkelheit, an diesem Freitag den 13. das nur 610 Meter große „Kollisionsschlupfloch“, wird sich die Erde bei seiner Wiederkunft am 13. April 2036 genau an dieser Stelle befinden. Dann wäre die Kollision unausweichlich.

Über das Zielgebiet gibt es eine Prognose: Von Westafrika zieht sich eine wenige Kilometer breite Linie über Mittelamerika und den Pazifik nach Zentralasien. Wo genau der Einschlag zu erwarten wäre, können erst künftige Messungen eingrenzen, weil der Asteroid derzeit von der Sonne verdeckt wird. Erst 2013 wird er wieder sichtbar. Als wahrscheinlichstes Absturzgebiet gilt Costa Rica oder das Meer vor Kalifornien.

Noch 25 Jahre bis zum Super-GAU? Er wäre nicht das Ende der Welt, aber einer Weltgegend: „Apophis“ hätte eine Sprengkraft von 880 bis 1500 Megatonnen, das entspricht 67.000 Hiroshima-Bomben. Bis 200 Kilometer vom Einschlagsort entfernt würde der kosmische „Terrorist“ alles pulverisieren. Ein Treffer im Meer würde hundert Meter hohe Wellen auslösen. Das Wetter auf unserem Planeten spielte auf Jahre verrückt.

Der jüngste Volltreffer erwischte die Erde am 30. Juni 1908. Damals explodierte ein 50 Meter großer Gesteinsbrocken über der Tunguska in Ostsibirien und verwüstete mit einer Sprengkraft von Hunderten Atombomben ein 2000 Quadratkilometer großes Waldgebiet.

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Artikel Alfons Krieglsteiner 12. November 2011 - 00:04 Uhr
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