Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Samstag, 26. Mai 2018, 02:35 Uhr

Linz: 15°C Ort wählen »
 
Samstag, 26. Mai 2018, 02:35 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Chronik

Als Pflegekind missbraucht: Mann will vom Land Schadenersatz

GRAZ. Ein ehemaliges Pflegekind, das in den 1970er- und 1980er-Jahren von seiner Pflegemutter gequält worden sein soll, will vom Land Steiermark 500.000 Euro Schadenersatz.

Sexueller Missbrauch

(Symbolbild) Bild: APA

Der heute 52 Jahre alte Mann war als Kind 15 Jahre lang bei einer wegen Mordes verurteilten Frau untergebracht. Vergangene Woche erhielt der steirische Verfassungsdienst das Aufforderungsschreiben mit der Bitte um Schadenersatz.

In dem 19 Seiten langen Schreiben - es liegt der APA vor - fordert der Steirer Schadenersatz für die jahrelangen Qualen: "Ich wurde auf diesem Pflegeplatz massiv misshandelt und missbraucht", klagt er. Von täglichen Schlägen, verschimmeltem Essen und Maßnahmen wie ans Bett fesseln, um nicht weglaufen zu können, ist die Rede. "Die Pflegemutter hat mir die Milchzähne mit einer rostigen Zange gerissen, ich musste das Blut am Boden aufwischen und dergleichen mehr."

Die Pflegemutter habe sogar einen Hund so abgerichtet, dass er auf ihn aufpasst. "Falls ich aufstehen würde, sollte er mich dann beißen. Einmal habe ich versucht zu entweichen, der Hund biss mich daraufhin auf den linken Unterkiefer, eine Narbe die ich heute noch habe", ist dem Schreiben zu entnehmen. Das Jugendamt im südsteirischen Leibnitz soll davon gewusst haben, dass es sich bei der Pflegemutter um eine verurteilte Kindesmörderin handelte.

Beim Verfassungsdienst des Landes bestätigte man, dass vergangenen Donnerstag das Aufforderungsschreiben eingelangt ist. Amtsleiterin Waltraud Bauer-Dorner erklärte auf APA-Nachfrage, dass der Fall nun in den kommenden drei Monaten "sachlich und rechtlich geprüft" werde. Anschließend kann der Steirer mit einem Antwortschreiben rechnen. Sollte es negativ ausfallen, habe er die Möglichkeit, eine Amtshaftungsklage gegen das Land Steiermark einzureichen, schilderte Bauer-Dorner.

Neben den 500.000 Euro Schadenersatz hat der 52-Jährige auch die Haftung für alle zukünftigen oder derzeit noch nicht bezifferbaren Schäden durch noch offene medizinische oder psychotherapeutische Behandlungen verlangt. Bereits im Vorjahr war der Steirer mit seinem Fall an die Öffentlichkeit getreten und auch die Volksanwaltschaft hatte sich eingeschaltet.

Kommentare anzeigen »
Artikel nachrichten.at/apa 17. Mai 2018 - 08:33 Uhr
Mehr Chronik

Leiche in Biotonne Gericht sieht Mordverdacht

SALZBURG. Mit einem Unzuständigkeitsurteil endete am Freitag in Salzburg der Prozess gegen eine 61-jährige ...

Betrügerin lockte Pensionistin tausende Euro heraus

KREMS. Eine Betrügerin hat einer Pensionistin in Krems tausende Euro herausgelockt.

Mathematik-Matura dürfte heuer deutlich schlechter ausfallen

WIEN. Nach einem vom Bildungsministerium am Freitag veröffentlichten ersten Zwischenstand sind sowohl an ...

Statt Sexspielen Schlaftabletten verabreicht: "Verdacht in Richtung Mordes"

SALZBURG/MATTSEE. Im Prozess gegen eine 61-Jährige, die ihrem Lebensgefährten Schlaftabletten verabreicht ...

Bundesheer streicht das Binnen-I

WIEN. Der 2001 verordnete "geschlechtergerechte Sprachgebrauch" habe sich als nicht praxistauglich ...
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS
Bitte Javascript aktivieren!