
Eine defekte Weiche und eine irrtümlich erteilte Fahrerlaubnis führten am Montag in Wien gegen 8.45 Uhr zu einem der schwersten Zugsunglücke der vergangenen Jahre in Österreich: Insgesamt wurden beim Zusammenstoß zweier S-Bahn-Züge 41 Menschen verletzt, fünf davon schwer.
„Zwei Passagiere sind in kritischem Zustand“, sagte am Montag Nachmittag ein Sprecher der Wiener Berufsrettung, die gemeinsam mit dem Samariterbund und Rotem Kreuz die Opfer versorgten.
Die beiden Züge waren zwischen den Stationen Westbahnhof und Hütteldorf im Bereich der Zehetnergasse zusammengestoßen. Nach ersten Untersuchungen der ÖBB dürfte zunächst eine Weiche defekt gewesen sein. „Zusätzlich hat der Fahrdienstleiter in Penzing dem Zug in Richtung Hütteldorf eine Fahrerlaubnis erteilt, weil er dafür das OK erhalten hatte. Ob es sich dabei um menschliches Versagen handelte, ist nicht auszuschließen“, sagte ÖBB-Sprecherin Sarah Nettel.
Großalarm für 170 Helfer
Bereits eine Minute nach dem Zusammenstoß wurde für die Wiener Berufsfeuerwehr und die Rettungsdienste Großalarm ausgelöst. Die Opfer wurden in einer nahegelegenen Rettungsstation erstversorgt. Weil beide Garnituren zum Zeitpunkt des Unfalles beinahe vollständig besetzt waren, dauerte es mehr als zwei Stunden, bis alle Verletzten und die unversehrt gebliebenen Fahrgäste aus den Waggons befreit werden konnten.
„Wir waren mit 80 Mann und 19 Fahrzeugen an der Unglücksstelle und mussten einen Mann mit der hydraulischen Rettungsschere befreien und insgesamt zehn Verletzte über zwei Drehleitern vom Bahndamm zu den Rettungswagen bringen“, sagte Gerald Schimpf, Sprecher der Wiener Berufsfeuerwehr.
Unfall klang wie Explosion
Neben zwei Rettungshubschraubern waren bei dem Unglück fünf Notarzteinsatzfahrzeuge und rund 40 Sanitätswagen mit insgesamt 90 Helfern im Einsatz. Unter den fünf Schwerverletzten befand sich auch der Lokführer sowie ein Mann, der unmittelbar hinter der Lokführerkabine gesessen war. Dieser Bereich wurde bei dem Zusammenstoß völlig zertrümmert. Eine 25-jährige Frau sowie ein 54-jähriger Mann wurden mit den ÖAMTC-Notarzthelikoptern Christophorus 3 und Christophorus 9 in das Unfallkrankenhaus Meidling und in das AKH Wien gebracht. Die Helfer waren auch deswegen binnen weniger Minuten am Einsatzort, weil sich die „Rettungsstation Penzing“ in unmittelbarer Nähe befindet.
„Der Knall des Zusammenstoßes war sicher weit mehr als einen Kilometer weit zu hören“, sagte auch die Ohrenzeugin Sandra (24) den OÖNachrichten. Die Oberösterreicherin studiert in Wien und befand sich zum Zeitpunkt des Unglückes unweit des Unfallortes auf der Straße. „Ich dachte zunächst an eine Explosion, dann erfuhr ich aber rasch, dass es ein Zugsunglück gab“, sagte die Studentin.
Zugsunglücke
1984 Gerammt: Mit rund 130 Stundenkilometern rammt am 29. August 1984 in Linz-Kleinmünchen ein Schnellzug einen Bauwagen: 23 Verletzte.
1987 Frontalkollision: In Lambach prallen am 18. September 1987 auf der Westbahnstrecke ein Schnell- und ein Eilzug aufeinander: Vier Tote, 77 Verletzte.
1993 Haltesignal ignoriert: Drei Tote und rund 20 Verletzte fordert eine Frontalkollision eines Güter- und eines Eilzuges im Bahnhofbereich von Melk am 13. Februar 1993. Die Ursache war menschliches Versagen.
1996 Schwierige Bergung: Direkt vor dem alten UKH an der Blumau in Linz kollidierten am 28. August 1996 ein Eilzug und eine Verschubgarnitur auf dem Bahndamm: 50 Verletzte.
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es genügt nich, wenn im rundfunk gesagt wird, dass der fahrkarte von der westbahnhof bis hütteldorf als fahrschein benützen darf fürs u-bahn. (wobei bin ich nicht so sicher, dass der westbahnkarte auch als solche anerkannt wurde)
es genügt nicht, wenn im u-bahnstationen nur auf deutsch ezählt wird, was los ist.
hab gegen zehn uhr ein gruppe ungaren unter meinem fittiche genommen, die nur soviel wahrgenommen haben, dass die ihre reservierte sitzplätze von budapest nach zürich am westbahnhof verlassen mussten.
für solche notfälle bitte ein gemeinsames notfallplan ausarbeiten (öbb und westbahn gemeint, auch dann wenn die einander nicht riechen können) , weil ich finde es beschämend, dass der westbahn fast leer ausgerollt knapp nach 11.00 uhr und im hütteldorf die passagiere auf der öbb züge unter unmenschliche bedingungen warten mussten.
als daraufgabe wurden einige passagiere in st.pölten mit der begründung - es ist ein privatbahn - zum verlassen der zuggarnitur animiert.
so nicht!
der totalen Aufsplitterung;
Neun von zehn Leuten auf den Bahnhöfen (Bedienstete irgendeiner ÖBB Dienststelle) wissen nicht was los ist, und der Zehnte ist nicht angehalten, zu informieren und
kommt auch nicht von selbst auf solche Ideen.
Herrn Kern interessiert so etwas nicht.
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