Es bedarf nur einiger Takte seines zweiten Albums „Richtung G“ (Sony Music) und es ist klar, wer hier am Mikrofon steht. Die markante Stimme machte schon in der Casting-Show 2008 den Unterschied. Auf sie kann sich der 31-Jährige verlassen. Damals wie heute.
Auf „Richtung G“ hört man aber auch seine Vergangenheit. So agiert, singt, schreibt und komponiert nur ein Musiker mit Erfahrung. Über die verfügt Godoj, der sich selbst auf alle Fälle als „Bauchdenker“ sieht. Zudem weiß er, was er will. Er lebt seinen Traum, für den er lange gekämpft hat.
Ist dir „Richtung G“ so leicht von der Hand gegangen, wie es sich anhört?
Godoj: Es war sehr viel Arbeit und es hat mich ein Dreivierteljahr beschäftigt. Noch im März habe ich ein Songwriter-Meeting in Berlin veranlasst und dort neben Leuten aus meiner Band Bekannte, mit denen ich schon jahrelang Musik mache, und neue Musiker eingeladen. Mit ihnen zusammen habe ich geschrieben. Zudem habe ich bis zum Schluss Hand an das Album gelegt. Das war beim Debüt gar nicht so möglich.
Haben sich durch die Zusammenarbeit mit anderen Songwritern für dich neue Horizonte eröffnet?
Godoj: Ja. Wenn ich etwas sagen will und das nicht auf eine Melodie passt, sitze ich da und suche nach einem Wort. Da hilft die Arbeit mit anderen, da lernt man dazu. Es gibt aber kein Erfolgsrezept. Man schreibt und muss sich überraschen lassen, ob es bei den Menschen gut ankommt. In erster Linie muss man bei dem, was man macht, mit sich selbst im Reinen und stolz darauf sein.
Eigene Songs in Deutsch prägen dein neues Album. Damit hast du, was auf „Plan A“ angedeutet war, nun deutlich verstärkt. War das für dich der nächste notwendige Schritt?
Godoj: Die drei deutschen Songs von „Plan A“ waren die Richtung, in die ich weitergehen wollte. Das ist mit „Richtung G“ gelungen. So gesehen war es der logische Schritt.
Du überzeugst mit deinen Texten, aber über allem steht deine Stimme als Markenzeichen. Setzt du die jetzt bewusster ein?
Godoj: Nein. Ich arbeite weiterhin so, wie ich es vor der Castingshow gemacht habe. Ich mache seit zehn Jahren Musik, stand auf verschiedenen Bühnen, spielte in kleinen Clubs wie auf großen Festivals. Ich wollte möglichst schnell nach dem ersten Album ein Signal setzen, woher ich musikalisch komme.
Im Auftaktsong „Notizen“ heißt es: „Ohne einen Plan komme ich nicht voran.“ Brauchst du grundsätzlich Pläne?
Godoj: Manchmal denke ich mir, ich müsste mir die vielen Sachen aufschreiben, die ich im Kopf habe, vor allem auch, wenn es um Dinge geht, die ich selbst koordinieren muss. Ich wünschte mir dann einen Zettel voll Notizen.
Das heißt, du bist keiner, der permanent Ideen aufschreibt?
Godoj: Nicht immer. Nur hin und wieder schreibe ich Textzeilen auf.
Hat der kommerzielle Erfolg den Druck für dich erhöht?
Godoj: Nein, denn es war ja fast zu erwarten, dass sich diese Medienpräsenz durch die Castingshow niederschlagen wird. Wir haben aber mit der Tour den CD-Verkauf noch angekurbelt. Durch die Konzerte haben wir uns neue Menschen erspielt.
In „Starschnitt“ sprichst du auch diesen Traum an, den du jetzt leben kannst. Ist der Traum so geworden, wie du ihn dir vorgestellt hast?
Godoj: Ich habe neue Erfahrungen gemacht und habe mich von gewissen Sachen getrennt. Ich mache einfach mein Ding. Dieser Glaube und diese Leidenschaft Musik hat sich für mich jetzt wirklich bewährt.
Was würdest du einem jungen Musiker raten?
Godoj: Das Wichtigste ist, an sich selbst zu glauben. Wichtig ist aber auch, Erfahrungen zu sammeln. Das Live-Spielen ist durch nichts zu ersetzen.
In deinen Liedern erzählst du Geschichten, die viel mit deinem Leben zu tun haben. Und dann gibt es das Lied „Winterkinder“, in dem du das Thema Missbrauch thematisierst und das zum Nachdenken anregt. Das Lied war dir offenbar besonders wichtig, oder?
Godoj: Diesen Song gibt es seit fünf Jahren. Ich finde, dass uns dieses Thema alle angeht. Durch permanente Berichte ist die Botschaft kurz da, verpufft aber wieder. Ich finde, dass das Thema Missbrauch nicht verpuffen darf. Das sind Menschen, denen sehr viel Leid angetan wurde, und ich bin davon überzeugt, dass sich Menschen für diese Opfer von Gewalt einsetzen sollten.
Thomas Godoj muß man live miterlebt haben um überhaupt über den Sänger zu urteilen,
mit seiner Mimik zu jedem Song,ob rockig zu Alles was nicht existiert oder ernste Themen wie Winterkinder oder Explosion aber auch Balladen wie Uhr ohne Stunden ,Walking with you,wo seine Stimme im Vordergrund steht,
es ist das Gesamtpaket,das für mich ein Konzert ausmacht
Emotion pur..
Ich hoffe da kommt noch viel mehr,das Thomas Godoj einiges drauf hat beweisen seine Konzerte...
übrigens Stagediving gibts nicht nur bei den TOTEN HOSEN.......
Danke für das tolle Interview
schade,das sein album nur eine woche in den top 15 war in deutschland und gnadenlos gefloppt ist.Die konzerte in kleinen clubs waren bis auf recklinghausen auch nicht ausverkauft.er hat also keine neuen fans erspielt,sondern eher das gegenteil.ohne hype bleibt nicht viel übrig,weil es in deutchland einfach zu viele godojs gibt,die die gleiche eintönige mucke machen.
Vielen Dank für dieses tolle Interview!
Ich war vorige Woche beim Konzert in München! Thomas lebt und liebt seine Musik und hat mich von der ersten bis zur letzten Sekunde begeistert! Seine ausdrucksstarke Stimme geht unter die Haut und seine Songs berühren zutiefst. Ich hoffe, dass Thomas und Band mit der großen Frühjahrstour zu uns kommen und sich viele Leute von diesem charismatischen und sympathischen Sänger und seiner großartigen Band überzeugen können!