ePaper | iPad | 
Anmelden
 |  A A A

 
Montag, 21. Mai 2012, 10:06 Uhr Linz  21°C ·  Enns  19°C ·  mehr Wetter »
Freizeit  > Kino  > OÖN-Filmkritik

„Ein Augenblick Freiheit“: Die Freiheit vor Augen, die Angst im Nacken

Bild vergrößern

Hinten die Hoffnung, vorne die Realität  Bild: filmladen

„Ein Augenblick Freiheit“ (Österreich / Frankreich 2008, 106 Min.) Regie: Arash T. Riahi (Moviemento)

OÖN Bewertung: ******

Was für Geschichten verbergen sich hinter den Menschen, die auf der Straße unbemerkt an einem vorbeigehen? Welche Schicksale treiben Flüchtlinge nach Österreich? Und wie enden diese Geschichten vom Verlassen der Heimat, von der Suche nach einem Neuanfang? In Freiheit, Umkehr, Tod?

Drei dieser Schicksale zeigt Arash T. Riahi in seinem dreizehnfach preisgekrönten Flüchtlingsdrama „Ein Augenblick Freiheit“: Azy und Arman, zwei Kinder, die von ihrem Onkel und dessen Freund vom Iran nach Österreich gebracht werden, um endlich mit ihren Eltern wiedervereint zu werden. Die Familie, die aus dem Iran flieht, um in Freiheit ein besseres Leben zu leben, „eines, in dem uns keiner sagt, was wir zu tun oder zu denken haben“. Und ein ungleiches irakisch-iranisches Männerpaar aus politischen Flüchtlingen, das sich in einer Übergangsabsteige in Ankara gefunden hat.

Dort harren sie alle aus, nachdem sie Fahrten mit Schleppern und tagelange Ritte durch verschneite Berge einmal hinter sich gebracht haben. Denn den Weg zur Freiheit verstellt die Bürokratie – bald wird Flucht gleichbedeutend mit tagelangem Anstellen vor dem UNO-Gebäude und dem bangen Warten auf Bescheide.

Vor den Augen das Ziel und die Hoffnung, im Hinterkopf die Angst vor dem Entdecktwerden: Mit einer Mischung aus Profi- und Laienschauspielern und in technischer Ausgereiftheit lässt Riahi, der selbst im Alter von neun Jahren mit seinen Eltern aus dem Iran geflohen ist, die Authentizität des Erzählten spürbar werden.

Dass Lachen und Weinen nah beieinanderliegen, sind vielgebrauchte Worte. Doch selten stimmen sie auch für den Zuschauer so wie in „Ein Augenblick Freiheit“. Bis zum Rand voll von Emotionen, echtem Leben und den kleinen Details, die den Unterschied zwischen einem guten und einem großartigen Film machen, reiht sich das Flüchtlingsdrama in die Reihe Letzterer ein.

Wie viel von mir selbst darf ich hergeben, um ans Ziel Freiheit zu gelangen? Wem bin ich verpflichtet? Was ist Heimat? Ein Film, der die großen Fragen stellt und sie ganz nah an seinen Figuren mitten in der Realität beantwortet.

Lesen Sie morgen über die OÖN-Filmnacht, in der Arash T. Riahi den Film im Moviemento präsentierte.

zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Weitere Artikel aus OÖN-Filmkritik
„Sie ist wie Yoko Ono, die einst sogar die größte Band der Welt entzweite.“ So sieht es also aus, wenn sich ein Vorstandsdirektor in seine Abteilungsleiterin verliebt und vor dem „Neuen“ erstmals gründlich das Revier markiert.   mehr mehr
Der Düstermeister macht sich lustig
Regisseur Tim Burton hat zum Hommage-Spaten gegriffen, um die Gothic-Seifenoper „Dark Shadows“, die von 1966 bis 1971 wöchentlich im US-Fernsehen lief, aus dem Archiv-Grab zu schaufeln und ihr ein neues Leinwand-Dasein zu schenken.   mehr mehr
„Ich liebe all die Verfilmungen und bin stolz darauf“
Die Taschentuchhersteller müssten ihm ein Denkmal setzen. Denn die Geschichten des Nicholas Sparks, 46, drücken intensivst auf die Tränendrüsen. Klar: Was aus seiner Hand kommt, wird verfilmt.   mehr mehr
Neuen Kommentar schreiben

Betreff / Kommentartitel
Kommentartext:

Sie dürfen noch Zeichen als Text schreiben

Bitte beachten Sie die Forumsregeln


  Für nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.

Um sich registrieren zu können müssen Sie uns mindestens einen Benutzernamen, ein Passwort und Ihre E-Mail-Adresse mitteilen.
Gewünschter Benutzername

Gewünschtes Passwort

Wiederholung Passwort

E-Mail

OÖNcard


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 24 - 4? : 


Zuletzt kommentiert    mehr »
  • t`schuldigung, mausfanger
    von oblio, 21.05.2012 10:01 Uhr
    das hätt weiter oben hingehört!
  • ... so hat eben jeder
    von mitreden, 21.05.2012 10:01 Uhr
    seine eigene meinung...oder glaubst du, daß deine chat-ähnlichen endloskommentare immer gefallen?
  • *gähn* was neues?
    von Dusk, 21.05.2012 10:00 Uhr
    Querschnitt Allesesser : Querschnitt Veganer = 2 : 1 ?Mehr ist nicht immer besser
  • klaus9951 / Was bitte..
    von jamei, 21.05.2012 09:59 Uhr
    Elfjähriger, der vielleicht noch nicht Game Boy oder PC-Spiele „verseucht“ ist..So ein altes Gebäude...
  • Freie(rs)füße?
    von oblio, 21.05.2012 09:59 Uhr
    Die wahren Schuldigen werden durch intensiveErmittlungen schon noch gefunden werden! Dann gibt es...
  • Leidvermeidung
    von Dusk, 21.05.2012 09:58 Uhr
    ...nennt sich das.