„Niemand mag den Nahen Osten.“ Der Mann, der diesen Satz im Brustton der Überzeugung in sein stets präsentes Handy blafft, ist Ed Hoffmann (Russell Crowe). Ein übergewichtiger Anzugträger, der Operationen der CIA leitet – und zuhause in Washington, während er seinem kleinen Sohn pinkeln hilft, über Leben und Tod entscheidet. Am anderen Ende der Leitung und damit mittendrin kämpft Roger Ferris (Leonardo DiCaprio) an der Front. Sein Auftrag: Al-Saleem, den Kopf einer Al-Kaida-ähnlichen-Terrororganisation zu finden, deren Bombenanschläge quer durch Europa Tote hinterlassen.
„Vertraue niemandem, betrüge jeden“: Das Agentenmotto muss Ferris bald überdenken, da er trotz perfektem Arabisch und immens hoher Schuss-Überlebensrate ohne Freunde nicht vorankommt. Wem soll er vertrauen – seinem Vorgesetzten Ed, dem aalglatten jordanischen Geheimdienst-Chef Hani oder der schönen Aisha?
Das Team, das bei der Leinwand-Umsetzung von David Ignatius’ Roman Hand anlegte, verspricht Qualität: Regisseur Ridley Scott lässt seine großartigen Schauspieler in einem spannenden Wechsel aus Satellitenaufnahmen und atemberaubenden Landschaften agieren, das Drehbuch adaptierte William Monahan, dessen vorangegangene Arbeit „The Departed“ immerhin den Oscar für den besten Film abräumte. Gemeinsam haben sie einen rasanten, modernen Politthriller geschaffen, der durchaus zwei Stunden unter- und bei der Stange hält – an der Aufgabe, Amerikas Rolle im Kampf gegen den Terror ernsthaft zu hinterfragen und zu beleuchten, aber scheitert. Hat sich seit dem Kalten Krieg auch der Feind und die Sonnenbrillenmode geändert – der einsame Held aus Hollywood hat das nicht.