„Das Leben ist zu lang“: (Deutschland 2010, 87 Minuten), Regie: Dani Levy
OÖN Bewertung:
Alfi Seliger (Markus Hering) hat Probleme. Große Probleme. Seine Ehefrau betrügt ihn, die pubertierenden Kinder halten ihn für einen peinlichen Idioten, seine Filmstar-Mutter ist ein versoffener Drachen. Und was für den jüdischen Regisseur am schlimmsten ist: seit Jahren hat er keinen Film gemacht. Denn niemand will seine schwarze Komödie über die dänischen Mohammed-Karikaturen (Arbeitstitel: „Mo-HaHa-Med“) produzieren. Kurz: Alfi kriegt nichts auf die Reihe. Nicht einmal sein Suizidversuch ist von Erfolg gekrönt...
Provinzdorf-Neurotiker
Was als durchaus flotte Satire mit zynischen Untertönen über einen Regisseur zwischen Sinn und Krise anfängt, steigert sich im Laufe der Geschehnisse immer mehr zum wirren Rundumschlag gegen doofe TV-Serien, geldgeile Produzenten und „Schauspielerinnen“, deren Talente sich erst in der Horizontalen auf der Besetzungscouch offenbaren. Schein und Sein verwischen, aber auch Ziel und Zweck des Plots. Zur Klasse von Woody Allens „Stadtneurotiker“, der unverkennbar Pate stand, fehlt einiges. Dani Levys Film ist bemüht, aber bestenfalls ein „Provinzdorf-Neurotiker“. (ll)