„Louise Hires a Contract Killer“: (Frankreich 2008, 94 Min.) Regie: Gustave de Kervern & Benoît Delépine
OÖN Bewertung:
Ihren richtigen Schrecken bekommt diese Geschichte erst dadurch, dass sie sich mit dem Wort „wahr“ in der Realität verankert: Ein Chef spendiert seinen Mitarbeitern neue Arbeitskittel. Am nächsten Wochenende sind alle Maschinen aus der Fabrikhalle nach Osteuropa transferiert – und mit ihnen die Arbeit, für die die Arbeitskittel gedacht waren.
„Legen wir unsere Abfindungen zusammen und heuern wir einen Profikiller an, der den Chef abknallt“: In dem sozialen Western, den die Regisseure aus dieser Ausgangssituation bauen, finden die Fabrikarbeiterinnen rasch eine Lösung. Schwieriger ist es für Louise (Yolande Moreau), ihres Zeichens Ex-Mann, Ex-Häftling und immer noch Analphabetin, den richtigen Killer zu finden. Gemeinsam mit dem tollpatschigen Michel geht sie das Mordsprojekt an: Doch wer ist eigentlich der Chef der verschachtelten Firmenstruktur? Und wo wohnt er – in Jersey? Dabei sind im Steuerparadies dann doch nur Briefkästen zu finden...
„Louise Hires a Contract Killer“ ist eine tiefschwarze Komödie, die so wenig Liebliches an sich hat wie die Tauben rupfende Hauptdarstellerin. Die Wirtschaftskrise durch die Independent-Brille betrachtet fördert nicht nur Kaurismäki-Anleihen zu Tage, sondern auch Absurditäten am laufenden Band. Der kompromisslose Humor funktioniert sicher nicht für jedermann – beim renommierten „Sundance“-Festival gab es trotzdem einen Spezialpreis der Jury.