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"Verborgene Schönheit": In diesem Film sind alle sehr nahe am Wasser gebaut

Das Märchen "Verborgene Schönheit" mit dem tieftraurigen Will Smith drückt manchmal zu fest auf die Tränendrüsen.

In diesem Film sind alle sehr nahe am Wasser gebaut

Howard (Will Smith) im Gespräch mit dem Tod (Helen Mirren) Bild: Barry Wetcher

So viel Unglück.... das ist stellenweise schwer zu ertragen. Aber nicht deswegen, weil es so viel Unglück auf einmal gibt, sondern weil "Verborgene Schönheit" ein manchmal schwer nachvollziehbares Märchen zwischen großem Gefühlsdrama und Esoterik-Fantasie ist. Sehenswert aber ist das tolle Darsteller-Aufgebot in diesem Film von David Frankel.

Howard hat nach dem Tod seiner sechsjährigen Tochter allen Lebensmut verloren, tagelang baut er riesige Dominostein-Landschaften, die – welch schöne Metapher für Vergänglichkeit – in Sekundenschnelle einstürzen. Will Smith überzeugt als tieftrauriger Howard, der nur knapp am Rande des Nervenzusammenbruchs vorbeischrammt und immer ganz nah am Wasser gebaut ist.

Der einst erfolgreiche Werbeguru Howard ist ein gebrochener Mann. Als drei Jahre später auch die Firma zu zerbrechen droht, beschließen seine Freunde und Firmen-Kompagnons, ihn aus seiner Lethargie zu reißen. Nachdem er Briefe an die abstrakten Begriffe Liebe, Zeit und Tod geschrieben hat, engagieren sie Schauspieler, die ihm als diese allegorischen Figuren begegnen sollen. Die drei – die toughe Helen Mirren als Tod, die weinerliche Keira Knighley als Liebe und der coole Jacob Latimore als Zeit – machen ihre Sache recht gut, in den Gesprächen trifft tiefgründige Botschaft auf seichten Kitsch. Auch alle anderen Mitwirkenden haben ihren Rucksack mit Problemen zu tragen: Whit (Edward Norton) kämpft um die Liebe seiner Tochter, Claire (Kate Winslet) steckt mit ihrem Kinderwunsch im biologischen Wettlauf mit der Zeit und Simon (Michael Pena) wird den Kampf gegen den Krebs verlieren. Ja, viel Unglück auf einmal – Taschentuch mitnehmen!

Kino: "Verborgene Schönheit", USA 2016; 95 Min.

OÖN Bewertung:

 

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Artikel Silvia Nagl 21. Januar 2017 - 00:04 Uhr
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