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"Vaiana": Keine Zeit für einen Mann, Vaiana rettet ihr Volk

Animation: Der für zwei Golden Globes nominierte Hit "Vaiana" feiert die stärkste Disney-Prinzessin aller Zeit.

Keine Zeit für einen Mann, Vaiana rettet ihr Volk

Vaiana bewohnt mit ihrem Volk ein Paradies. Ihre Aufgabe ist es, das Naturwunder vor einem alten Fluch zu retten. Bild: Disney

Ein Kinobesuch gehört für viele Familien zur Weihnachtstradition wie das gemeinsame Aufreißen der Packerl. Ihnen hat Disney mit dem Animationsfilm "Vaiana" (ab 6 Jahren) nun ein zauberhaftes Geschenk gemacht.

Die Arbeit über die junge polynesische Heldin Vaiana feiert das Band zwischen Mensch und Natur wie in "Pocahontas" (1995), ebenso die Schönheit des Wassers und eine Fabelwelt mit Göttern und Sterblichen wie in "Die kleine Meerjungfrau" (1989).

Und dennoch: Vaiana ist anders als Pocahontas und Arielle. Die bisher emanzipierteste aller Disney-Prinzessinnen sucht keinen Mann. Dafür hat dieser wehrhafte, lebensfrohe Heißsporn keine Zeit. Es gilt, ihr Volk zu retten ... Vaiana ist die Tochter von Chief Tui, dem Anführer eines kleinen Inselparadieses im Pazifik (mehr über die kulturellen Hintergründe in der Box). Gerade als sie anfängt, als seine Nachfolgerin immer mehr Pflichten zu übernehmen, verdirbt die Ernte, und die Fischnetze bleiben leer. Großmutter Tala, die sich selbst "die verrückte Alte im Dorf" nennt, glaubt fest daran, dass sie von einem uralten Fluch eingeholt werden. Erlösen könne sie nur Vaiana, der Ozean habe sie dafür ausgewählt.

Tui hält das für Spinnerei. Die Insel funktioniere autark, keiner – vor allem nicht sein kleines Mädchen – darf sie verlassen.

Dieses Dilemma hätte in anderen Disney-Filmen die Heldin in einen überdramatisierten Gewissenskonflikt versetzt. Vaiana ist aber anders. Sie tut, was sie für richtig hält. Sie segelt los, und schafft es sogar, Maui, Halbgott des Meeres und des Windes, auf ihre Seite zu bringen. Die junge Frau und der mehr als tausend Jahre alte Muskelprotz bilden ein famoses Duo. Er, der von sich selbst eingenommene Blender, und sie, die ihm den Wind aus den Segeln nimmt, wagen eine Abenteuerreise. Wie Odysseus und eine sehr clevere Argonautin, die sich gegenseitig immer wieder die Show stehlen.

Man erlebt Herzensbildung auf beiden Seiten. Und eine Welt voll Fantasie und Farbenpracht. Die Leinwand leuchtet förmlich in tiefem Blau, stechendem Türkis und glitzerndem Smaragdgrün. Dazwischen wird mit alten Disney-Klischees gebrochen. So sagt Maui trocken zu Vaiana: "Wenn du jetzt zu singen anfängst, muss ich kotzen."

Vaiana: USA 2016, 97 Min.,

OÖN Bewertung:

 

Hintergrund

Recherche: Fünf Jahre lang wurde für „Vaiana“ in Ozeanien recherchiert, Inspiration waren polynesische Mythologie u. Seefahrer-Geschichte.
Golden Globes: „Vaiana“ ist als bester Animationsfilm nominiert, ebenso der Originaltitelsong („How Far I’ll Go“).
Einspielergebnis: 290 Millionen US-Dollar (sei 23. 11.)

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Artikel Nora Bruckmüller 24. Dezember 2016 - 00:04 Uhr
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