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"Sagt ein Regisseur so etwas, fühle ich mich wie eine Seiltänzerin"

Oscar-Preisträgerin Marion Cotillard im OÖN-Interview über falsches Feedback, schwierige Liebesszenen und ihre aktuellen Filme.

"Sagt ein Regisseur so etwas, fühle ich mich wie eine Seiltänzerin"

M. Cotillard und Brad Pitt in "Allied" Bild: Daniel Smith

In gleich zwei Filmen ist Oscar-Preisträgerin Marion Cotillard im Kino zu sehen. Aktuell im Agenten-Thriller "Allied" an der Seite von Brad Pitt (Kritik in der Box), ab 27. Dezember spielt sie in der Kinoversion des Videospiels "Assassin’s Creed" an der Seite von Michael Fassbender als Wissenschafterin.

 

OÖNachrichten: "Assassin’s Creed" ist ja nicht unbedingt die Kategorie von Filmen, die Sie üblicherweise für sich auswählen?

Marion Cotillard: Hier lagen die Dinge anders. Ich hatte mit Regisseur Justin Kurzel und Michael Fassbender schon "Macbeth" gedreht. Justin war für mich, von allen Regisseuren, eine der schönsten Begegnungen. Er hat, was sehr selten ist, größte Hochachtung vor Schauspielern. Aber Sie haben schon Recht, das ist nicht unbedingt mein Genre. Hollywood bot mir bereits Großproduktionen an, doch da hatte ich immer das Gefühl, dass der Regisseur die Segeln nicht richtig setzen konnte, wollte oder durfte, weil das Studio zu viel dreinredete. Diese Bedenken fielen hier weg. Und das Drehbuch hat mir auch gefallen.

Die Erfahrung, oft ins Leere spielen zu müssen, weil da ja außer einem "Green Screen" nichts war, war sicher neu?

Und auch ein bisschen komisch. Plötzlich fuchtelten Techniker vor meinen Augen mit Tennisbällen oder Stöcken herum, um die Positionen von Objekten und Personen zu markieren, die ich nicht sehen konnte, weil sie ja erst nachher – digital – ins Bild geschwindelt wurden. Und da ist es schon ein Vorteil, wenn man einen so umsichtigen Regisseur wie Justin Kurzel hat.

Von Ihrem Lebensmenschen Guillaume Canet erwarten Sie derzeit ein Baby. Bevor Sie schwanger wurden, haben Sie noch intensiv gearbeitet. Sonst sieht man Sie ja noch in "Allied", und Anfang 2017 in "Die Frau im Mond" von Nicole Garcia und "Rock’n’Roll", von Guillaume Canet, der auch mitspielt?

Das ist, herrlich, eine Komödie. Ich war vom Drehbuch, vom Rhythmus und all den komischen Situationen ganz begeistert. Wir hatten am Set viel Spaß, und Guillaume ist ein exzellenter Regisseur, mit dem ich gerne öfter arbeiten möchte – was nicht immer einfach ist.

Er sagt, dass er in Filmen vor allem keine heftigen Liebesszenen mit Ihnen spielen möchte?

Liebesszenen "spielen" ist das schwerste, wenn man sich so lange kennt. Wir sind einander ja schon an der Schauspielschule begegnet.

Haben es Regisseure leicht mit Ihnen?

Ich liebe solche wie Justin Kurzel. Ich muss einem Regisseur vertrauen und möglichst auch Wiederholungen verlangen können. Es gibt welche, die dann erklären: "Aber mir hat es gefallen!" Sagt einer so etwas, dann bin ich sehr durcheinander und fühle mich wie eine Seiltänzerin. Nein, dieses Recht auf Wiederholungen möchte ich haben, auch aus der Angst heraus, dass ich sonst von mir enttäuscht sein könnte.

 

Kurzkritik

In „Allied“ spielen Brad Pitt und Marion Cotillard Agenten, die in Casablanca während des Zweiten Weltkriegs NS-Schergen töten und sich dabei verlieben. Das wahre Drama – die Frage, ob Cotillards Figur nicht doch eine Nazi-Spionin ist – wird viel zu spät verhandelt. Davor erdrückt schwülstige Symbolik (à la „Bonnie & Clyde“) die ohnehin schon dürftige Handlung. (nb)

OÖN Bewertung:

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Artikel Ludwig Heinrich 24. Dezember 2016 - 00:04 Uhr
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