Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Freitag, 20. Oktober 2017, 22:00 Uhr

Linz: 9°C Ort wählen »
 
Freitag, 20. Oktober 2017, 22:00 Uhr mehr Wetter »
Freizeit  > Kino  > OÖN-Filmkritik

"Nocturnal Animals": Hässliche Rache in schönsten Bildern

Charaktere, die in Filmen von der Vergangenheit eingeholt werden, sind ein alter Hut. Doch Tom Ford, der als Regisseur mit "A Single Man" (2009) aufgezeigt hat, weiß als Designer (z. B. Gucci), wie man Bekanntes neu interpretiert.

Hässliche Rache in schönsten Bildern

Amy Adams in "Nocturnal Animals" Bild: Universal

In stiller Eleganz, gleichsam so, dass es berührt. In seinem Werk "Nocturnal Animals" ("Tiere der Nacht") ereilt die gut situierte Galeristin Susan Morrow (Amy Adams) späte Rache. Ihr Ex-Mann Edward Sheffield, gespielt von Jake Gyllenhaal, schickt ihr sein neues Buch. Der Titel: "Nocturnal Animal", sein alter Kosename für die schlaflose Susan.

Seelenbild eines Versagers

Doch das Nachttier, das er darin entworfen hat, ist ein Monster. Ein Psychopath, der die literarische Hauptfigur Tony (ebenfalls Gyllenhaal) überfällt. Auf einer einsamen Straße gelingt es dem Vergewaltiger Ray Marcus (Aaron Taylor-Johnson), ihm Frau und Tochter wegzunehmen. Dass er sie nicht retten konnte, das Ende seiner Welt nicht kommen sah, zerstört ihn. Ford zeigt das alles als Film im Film, verquickt beides zu einem Bild von Susanns Ex nach der Trennung: Zu sehen ist ein Mann, der sich bloß schwach fühlt.

Die Darsteller spielen dabei exzellent, die Bilder sind von treffsicherer Schönheit, die als reizvoller Gegensatz zu den menschlichen Abgründen wirken. Nur die Übergänge zwischen Buch-Stoff und Susans Leben hätten mehr kreatives Gespür vertragen. Sie sind oft hart, was sofort plump wirkt. (nb)

Nocturnal Animals: USA 2016, 116 Min.

OÖN Bewertung:

 

Kommentare anzeigen »
Artikel 24. Dezember 2016 - 00:04 Uhr
Meistgelesene Artikel   mehr »
Bitte Javascript aktivieren!