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"Mein Leben als Zucchini": Reizendes junges Gemüse

Kino-Poesie mit viel Fantasie und Warmherzigkeit.

Reizendes junges Gemüse

Zucchini mit Herzdame Camille Bild: Thimfilm

Icare ist neun Jahre alt und hat keinen Vater mehr. Seine Mutter ist dem Bier verfallen. Eines Tages, als Icare in der Dachkammer laut spielt, steigt sie schreiend, schimpfend die Stiege zu ihm hinauf. Icare schmeißt die Falltüre zu, die Besoffene stürzt. Sie ist tot, Icare allein.

Dieses Szenario könnte von Charles Dickens Werken inspiriert worden sei, in denen Kinder die volle Härte des Lebens trifft. Doch es ist der Anfang des Trickfilms "Mein Leben als Zucchini". Das Werk von Regisseur Claude Barras ist zwar kein absoluter Gegenentwurf zur Dickens’schen Schwere. Aber der Zauber des französisch-schweizerischen Werks begründet sich in einer fein komponierten Melange aus Tragödie und unbedarfter Freude an neuen Welten, wie sie nur Kinder versprühen können.

Icare, Spitzname Zucchini, kommt ins "Haus der Springbrunnen", ein Heim. Dort verbündet er sich mit Kindern, die sind, wie er: ohne Eltern. Und er verliebt sich in Camille, für die er sich in ein großes Abenteuer stürzt. Immer wieder brechen die Schicksale der Kleinen durch, versetzen die Stimmung mit Melancholie. Das Herz wird schwer, dann tanzt es aber wieder.

Weil Warmherziges passiert und man sich an fantastischer Handwerkskunst erfreuen kann. Zucchini und Begleiter sind 25 Zentimeter große Puppen. Jede ihrer Bewegungen, jedes Blinzeln ihrer großen Augen, wurde einzeln festgehalten, um ein bewegtes Ganzes zu formen, das für den Animationsoscar nominiert ist – ein Stück Poesie.

Übrigens: Freigegeben ist es offiziell ab null Jahren, das renommierte Kinderfilmfest in Wien hat es 2016 aber erst für Kino-Fans ab zehn Jahren programmiert.

Mein Leben als Zucchini: F/CH 2016, 66 Min.,

OÖN Bewertung:

 

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Artikel Nora Bruckmüller 21. Februar 2017 - 00:04 Uhr
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