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"Jason Bourne": Bourne erboxt sich ein neues Stück seiner Biographie

Matt Damon zeigt, dass es gar nicht schlecht sein muss, den Killer- Agenten Jason Bourne wieder auf Selbstfindungs-Trip zu schicken.

Bourne erboxt sich ein neues Stück seiner Biographie

Matt Damon ist Jason Bournes Leben wieder näher gekommen. Bild: Universal

Eines ist klar: So überraschend gut wie "Die Bourne Identität" wird kein Film über den zur Killer-Maschine getrimmten CIA-Agenten Jason Bourne mehr sein.

Das war 2002. Als James Bond noch vier Jahre lang warten musste, bis Daniel Craig dessen längst leer gespieltes 007-Image des coolen Gentleman-Weiberers mit Frust, Wut und Nerven wieder spannend machen sollte. Damals war es genre-verändernd, als der 32-jährige Matt Damon im wahrsten Sinne des Wortes auftauchte und – statt einer Persönlichkeit der Macho-Klischees – gar nichts hatte, weder Gedächtnis noch Identität (mehr in Box). Regisseur Paul Greengrass lässt ihn nun wieder suchen.

Bourne im Minimalismus

Der vierte, neue Teil "Jason Bourne" mit dem heute 45-jährigen Matt Damon beweist, dass es zwar nicht mitreißend neu, aber noch immer legitim ist, seine rätselhafte Geschichte weiterzuerzählen. Nach beinahe zehn Jahren findet der Zuseher den längst zum CIA-Feind gewordenen Ex-Agenten in Griechenland wieder. In einem Land, in dem lange vieles im Argen gelegen ist, verdingt sich der Suchende mit der verborgenen Vita sein Geld mit dem, was er sicher hat: den Körper.

Als "der Serbe" boxt er um die Wette. Damon teilt in rohen, rasanten Kampfszenen breit aus und wirkt dabei doch gedrungen.

Er will der Welt eine minimale Angriffsfläche bieten. Und starker Minimalismus ist es auch, der Damons starken, adäquaten Stil prägt: wortkarg, konzentriert, fokussiert auf seine Ziele. In "Jason Bourne" sind es zwei.

Erstens: die Rolle seines Vaters, Richard Webb, zu entschlüsseln. Der soll den Sohn selbst bei der CIA angeworben haben. Zweitens: die Eliminierung von CIA-Direktor Robert Dewey (Tommy Lee Jones), der mittels Social Media die ganze Welt überwachen will. Die Jagd nach beidem führt, wie immer, quer über die Welt, inszeniert als eine präzise choreographierte Reise zwischen Adrenalin und Entspannung, Gut und Böse, Wahrheit und Lüge. An vielem hat man sich sattgesehen, vieles ist richtiger Action-Spaß.

Wirklich neu ist die mysteriöse Figur von Heather Lee, CIA-Chefin der Abteilung gegen Cyberverbrechen. Alicia Vikander verkörpert sie sehr gekonnt als gewiefte Taktiererin. Ob sie Bourne tatsächlich helfen will oder nur sich selbst, bleibt offen. Ebenso wie die absolute Auflösung seiner Geschichte. Der Spaß wird wohl weitergehen. Das Ende sollten man aber rechtzeitig finden.

Jason Bourne: USA 2016, 123 Min., Regie: Paul Greengrass

OÖN Bewertung:

 

 

Die Bourne-Geschichte

2002 war Matt Damon erstmals Jason Bourne. Dieser wird auf offener See gerettet, leidet an Gedächtnisverlust, erinnert sich aber immer mehr daran, durch die CIA zum Killer- Agenten geworden zu sein.

Im nun 4. Film kämpft Damon als Bourne mit seinem Identitätsverlust und gegen die CIA. Themen: Moral, individuelle Freiheit, nationale Sicherheit.

Die Figur Bourne stammt aus Romanen von Robert Lundlum.

Bereits 1988 war Richard Chamberlain Bourne im TV. Im Kino gibt Jeremy Renner den Bourne-Kollegen Aaron Cross („The Bourne Legacy“, 2014)

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Artikel Nora Bruckmüller 13. August 2016 - 00:04 Uhr
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