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"Grüße aus Fukushima": Mit Hula-Hoop zur Heilung

Bei einem Film über Fukushima denken viele sofort an ein dokumentarisches Werk. Erscheint doch die Realität, die sich dort bis heute bietet, so überwältigend hart, dass man ihr am ehesten mit geordneten Fakten habhaft wird.

Doris Dörrie hat "Grüße aus Fukushima" aber anders angelegt, künstlerisch, fiktional. Eine kluge Entscheidung, eine für Menschen und Emotionen. Das zeigt sich bereits bei der ersten Protagonistin. Die Deutsche Marie (Rosalie Thomass) will in den Container-Unterkünften, dem "Zuhause" oft älterer Überlebender, als Clown Heiterkeit verbreiten. Mit Hula-Hoop und Konfetti. Gesten, die kläglich wirken, beschämend klein gegenüber den großen Problemen.

Echte Hilflosigkeit wird spürbar, auch jene der Bewohner. Geisha Satomi (Kaori Momoi) gibt ihr Gestalt, die ihr kaputtes Haus mit bloßen Händen wieder aufbaut. Die stattliche Marie hilft schließlich der zarten Frau dabei. In einer beängstigend stillen Einöde raufen sich die unterschiedlichen Frauen zusammen, verbunden durch ein ähnliches Schicksal, geplagt von Verlust und Schuld. So wird die surreale, schwarzweiße Tragödie zu einem entwaffnend hellen Film voller Respekt. (nb)

Grüße aus Fukushima: D 2016 108 Min., Start: Fr.

OÖN Bewertung:

 

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Artikel 31. März 2016 - 00:04 Uhr
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