Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Sonntag, 17. Dezember 2017, 11:00 Uhr

Linz: 2°C Ort wählen »
 
Sonntag, 17. Dezember 2017, 11:00 Uhr mehr Wetter »
Freizeit  > Kino  > OÖN-Filmkritik

"Final Portrait": Modell sitzen für den Exzentriker

Oscar-Preisträger Geoffrey Rush (66) brilliert als Künstler Alberto Giacometti.

Modell sitzen für den Exzentriker

Geoffrey Rush als Giacometti Bild: Filmladen

Die Ähnlichkeit ist verblüffend: Geoffrey Rush spielt den Künstler Alberto Giacometti (1901–1966) , der mit seinen hageren Skulpturen berühmt und reich geworden ist. Pairs 1964: Giacometti bittet den jungen Amerikaner James Lord (Armie Hammer), der ein Bewunderer des Künstlers ist und einige kluge Aufsätze über ihn geschrieben hat, für ihn Modell zu sitzen. James fühlt sich geschmeichelt, für Giacometti ein paar Stunden stillsitzen zu dürfen. Aus Stunden werden Tage ...

Regisseur Stanley Tucci diente das Buch "Giacometti – Ein Porträt" von James Lord (1922–2009) als Grundlage für seinen Film, in dem er das Pariser Rumpelkammer-Atelier zum Hauptspielort macht. Die Sensation ist Geoffrey Rush, der wieder einen Exzentriker mimt. Für seine Darstellung des Pianisten David Helfgott im Film "Shine" erhielt er 1997 den Oscar als bester Hauptdarsteller. Wie er mit wirrem Haar, spitzbübischem Blick, schlurfendem Gang, kettenrauchend, Rotwein saufend und fluchend den Künstler zeigt, ist große Klasse! Wie er die Selbstzweifel des Künstlers darstellt, ist berührend. Die Lebensfreude im Zusammensein mit seiner Geliebten (Clemence Poesy) herzerfrischend, das ruhige Leiden seiner Frau (Sylvie Testud) herzerweichend. Die Kamera verfolgt den großartig aufspielenden Geoffrey Rush in seinem hektischen Getue ebenso nahe wie in ruhigen Momenten, bedächtig ruht sie auf dem Gesicht von James.

Das Porträt des Amerikaners wird Giacomettis letztes Bild. Er schenkt es ihm. 1990 wird es für 20 Millionen Dollar verkauft.

Kino: "Final Portrait", GB 2017, 90 Min.

OÖN Bewertung:

 

Kommentare anzeigen »
Artikel Silvia Nagl 05. August 2017 - 00:04 Uhr
Mehr OÖN-Filmkritik

"Zwischen zwei Leben": Dieser Film verunglückt, noch bevor das Flugzeug in den Bergen abstürzt

"Zwischen zwei Leben" überlebt knapp – dank Kate Winslet, Idris Elba und famoser Bilder

"Harri Pinter Drecksau": Der Mensch im Macho

Harri Pinter, Drecksau: Jürgen Maurer spielt einen Sportler, der in den besten Jahren erwachsen wird.

"Coco": Diese Toten sind alles, nur nicht knochentrocken

Ein buntes, lebensfrohes Abenteuer im Jenseits.
Meistgelesene Artikel   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS
Bitte Javascript aktivieren!