Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Donnerstag, 19. Oktober 2017, 05:34 Uhr

Linz: 10°C Ort wählen »
 
Donnerstag, 19. Oktober 2017, 05:34 Uhr mehr Wetter »
Freizeit  > Kino  > OÖN-Filmkritik

"Eine Geschichte von Liebe und Finsternis": Das Ende ändern wollen

Film nach der Buch-Vorlage von Amos Oz.

Das Ende ändern wollen

Natalie Portman, Amir Tessler Bild: thimfilm

Mit ihrem Regie-Debüt hat Oscar-Preisträgerin Natalie Portman ("Swan") großen Mut bewiesen. Als Vorlage hat die in Jerusalem geborene Portman den mehr als 800-Seiten-Wälzer "Eine Geschichte von Liebe und Finsternis" des israelischen Autors Amos Oz (geboren 1939) genommen. In dessen biographischer Erzählung spielt sie selbst seine Mutter – mit großer Hingabe und Melancholie, die einem manchmal die Kehle zuschnürt und sich schwer auf das Gemüt legt.

Geschickt wird zwischen Vergangenheit und erzählerischer Gegenwart ab 1945 gewechselt, in Rückblenden erzählt und die Erinnerungen des Buben Amos - hervorragend Amir Tessler – mit der Geschichte des entstehenden Staates Israel verwoben. Dazwischen Zitate aus dem Buch – und immer wieder auch das Auftauchen des "alten" Amos, der aber leider nicht der echte, sondern ein Schauspieler ist. "Wenn ich mir die Geschichte ausgedacht hätte, hätte sie ein anderes Ende genommen", sagt der alte Amos. Denn seine Mutter hat den Freitod gewählt, sie konnte den Holocaust und die Unruhen in Palästina in den 40ern nicht verkraften. Ein wichtiger, fesselnder, berührender Film. Eine Verbeugung vor einem großen Autor.

Kino: "Eine Geschichte von Liebe und Finsternis", ISR/USA 2015; 95 Min.

OÖN Bewertung:

 

Kommentare anzeigen »
Artikel Silvia Nagl 12. November 2016 - 00:04 Uhr
Weitere Themen

Borg vs. McEnroe: Spiel, Satz, Leinwand-Sieg

Am 5. Juli 1980 kämpften John McEnroe und Björn Borg um den Sieg in Wimbledon.

"Weit": Per Autostopp um die Welt

"Weit." erzählt die Reise-Geschichten von Patrick und Gwen.

"American Assassin": Schonungsloser Rachefeldzug

Brutal und realistisch inszenierter Film über den Terror.

"Blade Runner 2049": Alle Zeit der Welt für den neuen Blade Runner

Ryan Gosling wandelt in "Blade Runner 2049" auf Harrison Fords Spuren.

"Eine fantastische Frau": Liebe einer ungewöhnlichen Frau

Chilenin Daniela Vega zeigt beeindruckende Schauspiel-Leistung.
Meistgelesene Artikel   mehr »
Bitte Javascript aktivieren!