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"Die Mumie": Eine ägyptische Teufelsbraut verliebt sich in Tom Cruise

Die Neuauflage des Horror-Klassikers ist kein Meisterwerk, aber solides Popcorn-Kino mit Schmäh.

Eine ägyptische Teufelsbraut verliebt sich in Tom Cruise

Tom Cruise hat Angst vor den Avancen der Mumie, Archäologin Jenny Halsey (Annabelle Wallis) macht er selbst welche. Bild: Chiabella James

Böse Zungen behaupten ja, Tom Cruise hätte in der Neuverfilmung von "Die Mumie" nicht nur die Hauptrolle spielen können, sondern gleich die Mumie selbst.

Ihnen sei aber gesagt: Dass er am 3. Juli 54 Jahre alt wird, sieht man dem Hollywoodstar nicht an. Er wirkt extrem fit, zeigt viel Spaß an der Sache und hat gelernt, dass er nicht immer den guten Helden mit weißer Weste spielen muss – so strahlend rein wie seine Zähne.

Alter Haudegen, junge Hysterie

In "Die Mumie" gibt er Lieutenant Nick Morton, Fernaufklärer für die USA im Irak. Lieber als den Feind auszuspähen, begibt er sich auf die Suche nach alten Kulturschätzen, um sie zu verscherbeln.

Für sich und seinen Kompagnon Chris Vail – ihn spielt Jake Johnson (Nick aus der Serie "New Girl") – rechtfertigt er das als "Befreiung kostbarer Antiquitäten".

Cruise und sein Beiwagerl machen Laune. Ein alter Adrenalinjunkie, der den jungen Vorsichtigen mit seiner Abenteuerlust in liebenswürdige Hysterie versetzt. Als sie Gold aus einem alt-ägyptischen Grab rauben wollen, werden sie von Rebellen beschossen.

Johnson schreit Cruise an: "Ich hasse dich! Ich hasse dich! Und was tust du bitte da?" Cruise, am Boden kniend, als würde er während der Apokalypse beten: "Ich denke nach! Ich denke nach!"

Durchaus köstlich. Genauso wie die Tatsache, dass sie es in die Grabstätte schaffen und Cruise es unabsichtlich vollbringt, ein vor 5000 Jahren gestartetes, aber nicht vollendetes Ritual des Bösen fortzusetzen. Er weckt die Mumie auf, die von Macht und Manipulation getriebene Prinzessin Amaneth. Diese Teufelsbraut aus der Kiste – von der algerischen Darstellerin Sofia Boutella sehr gut, weil unpeinlich gespielt – erkennt in Cruises Charakter ihren neuen Auserwählten.

Die zuvor erzeugte Atmosphäre à la "Indiana Jones" wird von einer anderen abgelöst. Einer, die Cruise braucht, um überhaupt an einem Drehbuch Interesse zu zeigen. "Die Mumie" wird zu seiner "Mission Impossible" – voll Action (samt Flugzeugabsturz), Schmäh und körperlichem wie seelischem Nahkampf mit ägyptischen Zombies und der schönen Archäologin Jenny Halsey (Annabelle Wallis).

Dass Russell Crowe als moderne Version von "Dr. Jekyll und Mr. Hyde" mitmischt, ist auch nicht schlecht, weil es den alten Mumien-Stoff voranbringt. Am Ende erlebt man kein Meisterwerk, aber solides Popcorn-Kino.

Die Mumie

USA 2017, 111 Min., Regie: A. Kurtzman

OÖN Bewertung:

 

 

„Die Mumie“ im Kino

1932: Boris Karloff, eine der Ikonen des Horror-Kinos (u. a. „Frankenstein“), spielt erstmals „Die Mumie“. Regie führte Karl Freund. Er war auch Kameramann für Fritz Langs „Metropolis“ (1927).

1999: Hollywoodstar Brendan Fraser weckt unabsichtlich „Die Mumie“. Der Film spielt mehr als 400 Mio. Dollar ein.

2017: „Die Mumie“ ist der Auftakt zur neuen Monster-Film-Reihe „Dark Universe“.

 

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Artikel Nora Bruckmüller 10. Juni 2017 - 00:04 Uhr
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