Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Montag, 11. Dezember 2017, 22:05 Uhr

Linz: 7°C Ort wählen »
 
Montag, 11. Dezember 2017, 22:05 Uhr mehr Wetter »
Freizeit  > Kino  > OÖN-Filmkritik

"Der junge Karl Marx": Der Säulenheilige des Kommunismus

"Der junge Karl Marx" widmet sich den Anfängen des Denkers.

Natürlich ist es kein leichtes Unterfangen, dem Säulenheiligen des Kommunismus, Karl Marx 1818–1883), auf zwei Stunden Filmzeit komprimiert gerecht zu werden. Regisseur Rauol Peck versucht diese monströse Aufgabe, widmet sich den Jahren zwischen 1844 und dem Revolutionsjahr 1848. August Diehl ist der kettenrauchende, saufende und ständig an der Armutsgrenze wandelnde Kämpfertyp Karl Marx. Mit rhetorischer Strahlkraft trägt er die Marx’schen Thesen vor. Das Kennenlernen von Marx und Friedrich Engels (überzeugend Stefan Konarske) steht anfänglich unter keinem guten Stern, doch bald werden sie zu Brüdern im Geiste. Ohne ihre starken Frauen (großartig Vicky Krieps und Hannah Steele) wäre das kluge Gerede aber gar nicht möglich gewesen. Am Ende verfassen sie zu viert "Das kommunistische Manifest".

Der Film ist manchmal unübersichtlich und manchmal auch langatmig wie ein historischer Kostümschinken. Trotzdem bleibt es ein anregender Einblick in das Leben dieses Denkers. Der Abspann – zu Bob Dylans Song "Like A Rolling Stone" – zeigt dokumentarische Szenen auch von Menschen, die auf ihre Art die Ideale von Marx hochgehalten haben: Für soziale Gerechtigkeit zu kämpfen, hat ewige Gültigkeit.

Kino: "Der junge Karl Marx", D/F/B 2016, 120 Min.

OÖN Bewertung:

 

Kommentare anzeigen »
Artikel Silvia Nagl 24. März 2017 - 00:04 Uhr
Weitere Themen

"Zwischen zwei Leben": Dieser Film verunglückt, noch bevor das Flugzeug in den Bergen abstürzt

"Zwischen zwei Leben" überlebt knapp – dank Kate Winslet, Idris Elba und famoser Bilder

"Harri Pinter Drecksau": Der Mensch im Macho

Harri Pinter, Drecksau: Jürgen Maurer spielt einen Sportler, der in den besten Jahren erwachsen wird.

"Coco": Diese Toten sind alles, nur nicht knochentrocken

Ein buntes, lebensfrohes Abenteuer im Jenseits.

„Lady Macbeth“: Gefangen im düsteren Käfig einer lieblosen Ehe

Die junge Schauspielerin Florence Pugh brilliert im britischen Kostümfilm „Lady Macbeth“ nach ...
Meistgelesene Artikel   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS
Bitte Javascript aktivieren!