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Gartengeschichten: Wer Blumen sät, wird Neid ernten

Schon Wilhelm Busch wusste, Neid ist die höchste Form der Anerkennung

Egal wie das Wetter ist – treffen sich in diesen Tagen Blumen- und Gartenliebhaber, dann gibt’s nur ein Thema: Es kribbelt schon. Dann wird über Pläne und Ideen diskutiert, wie der Garten heuer aussehen wird, was angebaut wird und vor allem welche neuen Sorten man entdeckt hat. Quer durch alle sozialen Schichten geht dieses Phänomen – vom Generaldirektor bis zur Bäuerin, vom Handwerker bis zum Primar. Garteln ist und bleibt der Volkssport Nummer eins. Die wenigen Nichtgärtner schütteln den Kopf und können es gar nicht verstehen. Die Mühe, die Arbeit, der Schweiß – unfassbar. Gleichzeitig kommt aber Neid auf: wenn die Frühlingsgärten mit Schneeglöckchen, Krokussen und Narzissen erblühen.

Diejenigen, die mit vielen Schweißtropfen etwas leisten, werden nicht bewundert, sondern oft als dumm hingestellt. Wozu die Arbeit? Geht doch auch bequemer! So sehr Leistung in unserer Gesellschaft zählt, geschätzt wird sie nur selten. Schon Wilhelm Busch meinte: „Neid ist die höchste Form der Anerkennung.“ Dem kann man nur beipflichten und sich über viel Neid freuen.

Die Schweißtropfen, die beim Pflanzen der tausenden Blumenzwiebeln vergossen wurden, sind längst vergessen, wenn der Neid der Gartenzaunschauer über einen herfällt. „Wirklich toll, der Garten“, heißt es dann oft. „Aber die viele Arbeit – um die bin ich nicht neidig.“ Um die Arbeit ist niemand neidig, aber um die Blütenpracht. Daher wird auch heuer wieder gepflanzt – den Neid werden wir sicher ernten.

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Artikel 09. März 2012 - 00:04 Uhr
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