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Ein Star mit Frostpech

Bild: Reuters

Ein Star mit Frostpech

Die Hortensien litten heuer besonders unter der Kälte im April.

Von Karl Ploberger, 16. Juni 2017 - 00:04 Uhr

Schon das zweite Jahr in Folge hat es den Liebling der Österreicher erwischt: zunächst mit einem nicht mehr gewohnten "normalen" (Frost-)Winter – und dann noch mit der späten Kälte im April. Die Hortensien haben darunter extrem gelitten und viele werden dieses Jahr deshalb nicht blühen.

Dennoch zeigen die Verkaufszahlen: Diese einstige "nur" Muttertagsblume ist zum Superstar in den Gärten und auf den Terrassen geworden. Ob rosa, weiß oder ganz blitzblau – ob tellerförmig oder mit attraktiven Farbzeichnungen. Die Auswahl an Hortensien ist gewaltig und wird von Jahr zu Jahr größer. Hortensien haben übrigens etwas gemeinsam mit dem Weihnachtsstern. Es sind nicht die Blüten, die wir bewundern, sondern die gefärbten Hochblätter. Die echten Blüten befinden sich zwischen den gefärbten Blütenblättern und sind ganz klein.

Die Pflanzen sind bei uns großteils winterhart. Allerdings nicht alle. Manche sind empfindlicher, andere robuster. Besonders die alten Bauerngarten-Hortensien gehören zu denjenigen, denen auch ein strenger Winter nichts anhaben kann. Daher der Tipp: Bei so manchem Bauernhaus findet man die alten, meist rosa oder rot blühenden Büsche.

Durch so genannte Stecklinge (Triebspitzen mit zwei Blättern, die man in ein Sand-Torf-Gemisch steckt) lassen sie sich leicht vermehren. Also fragen Sie doch einfach, ob Sie nicht von diesen Hortensien einen Ableger bekommen könnten. Viele neuere Sorten sind leider zurückgefroren und bilden dann keine Blüten mehr. Denn viele dieser Pflanzen blühen nur auf den Trieben, die sie im Vorjahr gebildet haben. Vernichtet sie der Frost, gibt es keine Blüten. Besonders die als "Muttertags"-Hortensie bekannte "Hydrangea macrophylla" mit den großen und eindrucksvollen rosa, weißen oder blauen Blüten neigt dazu. Ebenfalls ohne Blüten bleiben Hortensien, wenn sie falsch geschnitten werden. Es gilt: Niemals im Herbst oder Frühjahr die Triebe dieser Sorten einkürzen – sie würden die Blüten wegschneiden! Neue Züchtungen einer amerikanischen Gärtnerei bringen Abhilfe. Die Sorte "Endless Summer" ist seit einigen Jahren im Handel. Sie hält bis zu 30 Minusgrade aus. Genauso robust und noch ein wenig blühfreudiger ist die Sorte "Forever and ever". Beide blühen nicht nur an den "alten" Trieben, sondern bilden auch auf den jetzt wachsenden immer und immer wieder ihre Blüten. Blau blühen übrigens Hortensien nur dann, wenn sie absolut kalkfrei stehen und auch nur mit Regenwasser gegossen werden. Kalkhaltiger Boden oder kalkhaltiges Leitungswasser färbt die Blüten dann zuerst schmutzig Blau und später völlig Rosa. Daher gilt – wie für alle Hortensien: Moorbeeterde – also Rhododendron-Erde oder Laub-Erdekompost nehmen.

Anspruchslose Annabelle

Eine alte und besonders empfehlenswerte Sorte ist auch noch die Sorte "Annabelle" ("Hydrangea arborescens"), die noch anspruchsloser ist als die oben genannten. Sie blüht in einem cremefarbigen Weiß und einem zarten Rosa. Der große Unterschied beim Schnitt: Sie wird im Frühjahr auf etwa 15 cm zurückgeschnitten, wächst dann stark und bildet die Blütenbälle, die bis zum Winter abtrocknen.

Für Liebhaber von Hortensien sind auch die Eichblatt-Hortensien zu empfehlen. Neben den kerzenförmigen Blüten sind hier die Blätter besonders attraktiv. Nur für die wirklichen Experten sind dann im Garten die Tellerhortensien geeignet, ihre Blüten sind besonders schön, daher auch sehr beliebt, aber leider auch sehr frostempfindlich.

 

Hortensienvielfalt

An die 80 Arten von Hortensien gibt es – hier eine kleine Auswahl:

  • Bauern- oder Muttertagshortensie (Hydrangea macrophylla)
  • Tellerhortensie (Hydrangea serrata)
  • Rispenhortensie (Hydrangea paniculata)
  • Schneeballhortensie (Hydrangea arborescens ‘Grandiflora’, ‘Annabelle’)
  • Samthortensie (Hydrangea aspera ‘Macrophylla’)
  • Eichenblättrige Hortensie  (Hydrangea quercifolia)
  • Kletterhortensie (Hydrangea petiolaris)
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