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Trends

Lebensmitteltrends zeigen in unserer Gesellschaft Lebensgefühle sowie Sehnsüchte auf.

Mag. Eva Fauma, Ernährungswissenschaftlerin

Mag. Eva Fauma, Ernährungswissenschaftlerin Bild: Robert Maybach / Welt der Frau

Trends prägen unser Handeln. Sie reflektieren kulturellen Wertwandel und zeigen Veränderungsbewegungen auf. Nicht nur der Verbraucher positioniert sich neu, auch Industrie und Handel reagieren rasch auf den Konsumwunsch der Käuferschar.

Der Kunde geht mit der Zeit und wünscht sich krummes Gemüse: sogenannte „Misfits“. Lebensmittel sollten biologisch, regional und saisonal angeboten werden. Der Wunsch nach Identität, Nähe und selber anbauen boomt. „Urban Gardening“ ist aus keiner Stadt mehr wegzudenken. Gemüse und Kräuter in Gemeinschaft oder am Balkon gezogen ist wieder in.

„Street food“ erobert Veranstaltungen – man könnte es auch als „Burger-Mania“ bezeichnen. „To-go“-Produkte sind stetig im Wachsen: Suppen in allen Variationen besonders beliebt.

Ob „halal“, „koscher“, „vegan“ oder „glutenfrei“ – der Handel bietet in kürzester Zeit neueste Kreationen an und verändert folglich auch das Essverhalten jener, die grundsätzlich mit veganer Ernährung noch nicht viel Erfahrungen haben.

Wer mit offenen Augen einkauft, wird auf Neuigkeiten aufmerksam gemacht. So kann ein veganer Aufstrich, ein vegetarisches Chili oder ein glutenfreies Gebäck durchaus neugierige und zufriedene Kundschaften finden.

Ferner stellt sich die Gastronomie um. Speisekarten werden endlich erweitert. Zumeist sind es Frauen, die nicht immer Lust auf tierische Menügänge haben und froh über kreative, vegetarische Angebote (außerhalb von gebackenen Champignons) sind.

„Flexitarier“: eigentlich isst man Fleisch, hat aber nicht 3x am Tag Lust darauf. Diese Trend-Gruppe ist mit 1–2 Fleischgerichten pro Woche durchaus glücklich.

Was sie allesamt aufzeigen ist ein Interesse an der Ernährung. Welcher Richtung sie angehören ist nicht immer ausschlaggebend. Wichtig ist, dass man sich mit dem Einkaufen, Essen sowie der Gesundheit bewusst auseinandersetzt und nicht wahllos Sättigendes in sich hineinstopft.

Ein Trend, der Nahrungsergänzungsfirmen eine große Freude bereitet, sind „Superfoods“.

Es gibt sie als Pulver, als Tee, Tabletten, eingedickte Säfte, und wenn es gut hergeht auch als getrocknetes Lebensmittel wie Chiasamen (Samen vom Salbei) oder Gojibeeren.

Sind Superfoods gesünder als andere Lebensmittel? Was können Açaí-Beeren, was Preiselbeeren oder Holunderbeeren nicht können? Warum importieren wir Matcha-Tee und Maca-Wurzeln teuer aus dem Ausland? Der Verbraucher wünscht sich für seinen Alltag Unterstützung. Die kann er bekommen, aber es geht bei weitem auch schonender.

Leinsamen, Flohsamen, Samen vom Dill, der Malve oder der Brennnessel. Ihr Fettsäuremuster und die Farbstoffe heimischer Beeren (Himbeeren, Trauben, Heidelbeeren etc.) – den sogenannten Anthocyanen – tragen dazu bei, dass das Immunsystem bekommt, was es braucht. Heimische Kräuter enthalten ebenso viele sekundäre Pflanzenstoffe wie jene, die über den großen Teich transportiert werden. Dass der Käufer stets auf der Jagd ist, Neues für sein Glück zu finden, liegt in unseren Genen.

Vergessen sollte man nicht, dass das Glück manchmal auch sehr nah liegt!

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Artikel 16. November 2016 - 07:31 Uhr
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