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Lebensübergänge – innerer und äußerer Umbau

Warum Veränderungen im Leben oft zu Krisen werden

Woman hiking with outstretched to the sides hands

Bild: colourbox.de

Je mehr eine Lebensphase, eine Rolle oder Aufgabe zum zentralen Lebensinhalt wird, desto eher besteht die Gefahr einer krisenhaften Befindlichkeit, wenn diese verlorengeht. Wer jugendliche Freiheiten voll und ganz auslebt und plötzlich ein Kind bekommt, fühlt sich vielleicht überdurchschnittlich eingeengt, obwohl das Kind Freude bereitet. Wer in seiner Mutterrolle aufgeht, stürzt eventuell in ein Loch, wenn die Kinder eigene Wege gehen. Wer mit seinem Beruf verheiratet ist, dem entzieht sich der Boden unter den Füßen, wenn dieser durch Arbeitslosigkeit oder Pensionierung wegfällt.

Jede Phase des Lebens birgt auch eine Lern- bzw. Entwicklungsaufgabe: Pubertierende sind gebeutelt zwischen kindlichem Verhalten und erwachsenem Auftreten. In der Auseinandersetzung mit den Eltern wird die eigene Identität erprobt, was wiederum die Eltern fordert. Das innere Chaos zeigt sich auch im Außen (dem eigenen Zimmer, der Kleidung …).

Jungen Erwachsenen soll der Aufbau einer Bildungs-, Berufs- und Beziehungsidentität gelingen. Zeigen sich in einem oder mehreren Identitätsbereichen Komplikationen, werden oft destruktive Bewältigungsstrategien, wie Alkohol, Drogen, Essstörungen gewählt. Die Aufarbeitung mit einem außenstehenden, neutralen, aber zugewandten Menschen kann ein Gedeihen trotz widriger Umstände – man nennt diese Fähigkeit Resilienz – ermöglichen.

So zwischen 30 und 50 Jahren treten häufig Halbzeitphänomene auf. Plötzlich wird die „Zeit bis zu meinem Tod“ wichtig, überzogene Ansprüche an mich selbst, Lebensträume müssen relativiert werden. Die Chance ist Zwischenbilanz, ein bewussterer Umgang mit den (eigenen) Ressourcen und eine Neubewertung des Lebenssinns und von Lebenszielen.

Im späten Erwachsenenalter wird der Übergang wieder von körperlichem Umbau begleitet. Meno- und Andropause ermöglichen durch Umstellung der Hormone, dass Frauen mehr ihre männliche und Männer mehr ihre weibliche Seite entwickeln können. Man ist körperlich nicht mehr so leistungsfähig und darf lernen, dass das Annehmen von Hilfe der eigenen Würde keinen Abbruch tut.

Der Schritt von der Berufstätigkeit in die Pension stellt im Leben eines Menschen einen wichtigen, aber oft unterschätzten Lebensübergang dar. Der Machtverlust kann als Chance für eine neue Sinnfindung wahrgenommen werden. Was lasse ich hinter mir und wie wünsche und gestalte ich das, was vor mir liegt?

Das Vergangene akzeptieren und bewusst loslassen, sich Gedanken über Zukünftiges machen – die Auseinandersetzung mit Lebensübergängen geht mit Loslassen und Neugestaltung einher. Viele Menschen kaufen sich neue Kleider. Warum nicht auch das Wohnumfeld als Ritual des Übergangs neu gestalten? Neue Perspektiven eröffnen? Neue Verhaltensweisen sichtbar machen? Das Leben neu einfärben?

Psychologische Beratung kann dabei unterstützen, Lösungen und Wege zu finden, an die man vielleicht noch nicht dachte.

 

 

 

 

Mag.a Helga Gumplmaier,
Soziologin, Dipl. Lebensberaterin, wohnpsychologische Beraterin
Foto: pixelkinder.com/Peter Kollroß

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Artikel 16. November 2016 - 07:30 Uhr
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