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Tourenvielfalt auf dem Krippenstein

Bergtour: Hirzkar- und Däumelsee sind die Fixpunkte der Tour vom Krippenstein auf Felspfaden in die Karstlandschaft des Dachsteinplateaus. Eine einsame Runde.

Tourenvielfalt auf dem Krippenstein

Bild: Alois Peham

Es ist immer wieder ein Erlebnis, von der Bergstation am Krippenstein den ersten Blick über das Plateau zum noch vom Gletscher umrahmten Dachsteingipfel zu werfen. Und es ist was los da oben. Der neue Klettersteig "Dachstein Krippenstein" lockt mit drei unterschiedlich schwierigen Routen Ferratafans auf den Berg. Die 5fingers und die Welterbespirale sind ein Fixpunkt fast aller Seilbahngipfelstürmer, viele gehen noch zum Dachstein-Hai und weiter zum Heilbronner Kreuz, weniger schon hinab bis zur Gjaidalm.

Wir haben eine Runde abseits dieser Promenadenwege gemacht und waren bald allein unterwegs. Von der Bergstation folgt man zunächst dem breiten Karstwanderweg. Man passiert mit einem kurzen Abstecher die kleine Krippenstein-Eishöhle, und bald darauf zweigt nach rechts der Weg Nr. 662 Richtung Hirzkarsee ab. In stetem Auf und Ab steigt man über kompakte Felsen mit den typischen Klüften des Karsts. Über felsige Geländestufen führt der Steig hinab zur grünen Oase des Hirzkarsees. Schilfgras am Ufer, Bergmolche im Wasser, das von Libellen umschwirrt wird. Ein schöner Rastplatz. Bald darauf erreicht man eine der Unterstandshütten am Karstwanderweg.

Tourenvielfalt auf dem Krippenstein

"Gjaidalm 30 Minuten", steht da, wir nehmen die andere Richtung und folgen dem breiten Weg hinauf zum Heilbronner Kreuz. Direkt vom Kreuz weg folgen wir der Markierung des Weges Nr. 664 zunächst abwärts und weiter durch ein breites Hochtal in Richtung Däumelkogel. Hier sind 1954 zu Ostern 13 Schüler und Lehrer aus Heilbronn in einem Schneesturm gestorben. Das Heilbronner Kreuz ist die Gedenkstätte für diese Tragödie.

Der Däumelkogel wird links passiert, von einem Sattel geht es noch ein Stück abwärts auf den Weg Nr. 662, der von der Schönbergalm heraufführt. Nach links steigt man hinauf zu einer Unterstandshütte, und wenig später ist der versteckt in einer Mulde idyllisch gelegene Däumelsee erreicht. Ein kurzer steiler Anstieg bringt uns zurück zum Karstwanderweg. Wir machen noch einen kurzen Abstecher zum Dachstein-Hai, ehe die schon herbeigesehnte Einkehr am Krippenstein unsere Karststeigtour beendet.

 

Ausgangspunkt: Die Talstation der Welterbe-Seilbahn erreicht man von Obertraun aus auf einer kurzen Bergstraße. Betriebszeiten im Sommer 2017 bis 29. Oktober. Es gibt verschiedene Tickets auch in Kombination mit Eis- und Mammuthöhle. Von der Station Schönbergalm führt der Weg Nr. 662 hinauf.

Charakteristik: Teilweise anstrengende Höhentour auf felsigen Steigen, nur der Abschnitt vom Hirzkarsee zum Heilbronner Kreuz und der Abschnitt vom Dachstein-Hai zum Krippenstein folgt dem breiten Heilbronner Rundweg. Durchgehend gute Markierung und Beschilderung.

Varianten: Für eine Wanderung mit Kindern bestens geeignet ist der Karstwanderweg vom Krippenstein vorbei an der Eishöhle und dem Dachstein-Hai zum Heilbronner Kreuz. Am Weiterweg zur Gjaidalm sollte man den kurzen Abstecher zum Hirzkarsee mitnehmen. Gesamt 3 Stunden

Gehzeiten: Gesamt 4 Stunden und 1 Stunde für 5fingers und Welterbespirale Länge: 12 km, Höhenmeter: ca. 500, Bergstation Krippenstein (2060 m) - Hirzkarsee (1820 m) - Heilbronner Kreuz (1959 m) - Däumelsee (1940 m) - Welterbespirale am Gipfel (2108 m) - 5fingers (2034 m)

Internet: www.dachstein-salzkammergut.com

GPS: Garmin-GPS-Datei zum Download

Karten: AV-Karte Nr.14, freytag & berndt Nr. 5281, Kompass Nr. 20

Die Welterbespirale liegt wie eine ferne Raumstation am Gipfel des Krippensteins. In einer Spirale geht man mit Hinweisen zu Welterbestätten in allen Kontinenten hinauf zum Traumblick über die Landschaft.

 

Einkehr: Zwei Einkehrstationen findet man im Bereich der Bergstation Krippenstein. Das neu eröffnete Bergrestaurant wurde gelungen in den bestehenden Altbau integriert. Das Panorama verleitet ebenso wie jenes von der Terrasse der Lodge am Krippenstein zum Sitzenbleiben. In der Lodge kann man auch übernachten (www.lodge.at).


Buchtipp: Fast schon ein Klassiker ist das 2017 in überarbeiteter 10. Auflage im Kral Verlag erschienene Buch: 76 Seen im Salzkammergut von Monika und Manfred Luckeneder. Neben den bekannten Seen findet man in dem ansprechend gemachten Buch auch die versteckten Kleinode, wie jene, die wir in unserer Tour am Dachsteinplateau besucht haben (Preis: 14,90 Euro).

Grafik: 



PDF Datei (3.53 MBytes.)

 

 

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Artikel Sabine Neuweg und Alois Peham 11. August 2017 - 00:26 Uhr
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