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Hoch hinaus im Hintergebirge

Bergtour: Fast etwas abgehoben steht der Große Größtenberg inmitten endlos scheinender Waldberge – bestimmt stolz, höchster Gipfel im Reichraminger Hintergebirge zu sein.

Hoch hinaus im Hintergebirge

Bild: Alois Peham

Er ist nicht schwierig zu erreichen, aber ganz ohne Anstrengung geht es auch nicht, wenn man in diesem einsamen Teil des Nationalparks Kalkalpen ganz nach oben will. Vom Haslersgatter geht es nach einem ersten Blick auf die Infotafeln zunächst nach Norden bergab, der Almstraße folgend.

Die ersten Almflächen werden bei der Rumplmayrreuth erreicht, wo uns Jungrinder, die am Weg entlang des Baches stehen, neugierig beäugen. Die Saison geht langsam zu Ende, bald werden sie zurück ins Tal getrieben werden. Eine schöne, wilde Schlucht begleitet den Weg hinab zur Kreuzung Steyrsteg mit dem einladenden Biwakplatz. Zwei Esel – oder sind es Maultiere? – weiden auf der eingezäunten Weide daneben.

Wir überqueren auf einer Brücke den Bach und folgen den Wegschildern Richtung Größtenberg. Ohne Unterbrechung steigt die Almstraße hinauf bis zur Weingartalm an. Man passiert eine Jagdhütte, der Steig schlängelt sich durch schütteren Wald hinauf ins Halterhüttental. In der Senke zwischen Kleinem und Großem Größtenberg beginnt die Latschenregion. Bei unserer Tour vor zwei Wochen lag hier bereits Schnee. Wie oft im September hat sich der Winter in den höheren Regionen in Erinnerung gerufen.

Mehr als nur angezuckert

Vom kleinen Gipfelplateau verstärkt sich dieser Eindruck, vor allem beim Blick in die höheren Gipfelregionen, die schon mehr als angezuckert sind. Nach dem Abstieg zurück bis zur Weingartalm folgen wir dem Weg Nr. 470 Richtung Windischgarsten. Es ist ein beschauliches Gehen durch die Wälder. Es duftet nach Pilzen, blühender Feldenzian säumt den alten Almweg. Angenehm führt er mit einigen Steigungen hinüber zu den Wiesen der Groißnalm. An einer Quelle vorbei erreicht man bald eine Forststraße. Vom Haslersgatter führt diese hinüber bis zum Hengstpass. Wir schwenken nach rechts ein und folgen ihr zurück zum Ausgangspunkt. Eine gute halbe Stunde muss man dafür noch einplanen, und der Blick nach Norden zu den zwei Gipfelkuppen der Größtenberge zeigt uns noch einmal die doch beachtliche Wegstrecke dieser Rundtour.

 

INFOS ZUR TOUR

Ausgangspunkt: Zum Wander- und Mountainbikeparkplatz am Haslersgatter zweigt man etwa einen Kilometer nach Windischgarsten Richtung Rosenau am Hengstpass nach links ab und folgt der Bergstraße Richtung Wurbauerkogel und weiter Richtung Bergerbauern-Reith und Muttling.

Charakteristik: Schöne und technisch leichte Herbstwanderung, die allerdings durch die Länge doch etwas Durchhaltevermögen erfordert. Ab der Weingartalm klassischer Bergsteig mit auch felsigen Passagen. Einsame, gut angelegte Waldwege am Weg zurück zur Groißnalm.

Varianten: Es gibt auch die Möglichkeit, im Bodinggraben bei Molln zu dieser Gipfeltour aufzubrechen. Die Gesamtstrecke ist etwa gleich lang, die Höhenmeter sind um 50 mehr. Bis Steyrsteg darf man auch mit dem Mountainbike fahren, was so den Rückweg verkürzt.

Gehzeiten: gesamt sechs Stunden mit Pausen
Länge: 17,4 km Höhenmeter 1050, Parkplatz Haslersgatter (1154 m) - Biwakplatz - Steyrsteg (946 m) - Weingartalm (1154 m) - Großer Größtenberg (1724 m) - Hundseck (1240 m) - Groißnalm Forststraße (1210 m)
www.nationalparkregion.com, www.wanderwege.at

GPS-Track: 



Karten: freytag & berndt Nr. 5501, Kompass Nr. 70, Wanderkarte Nationalparkregion Ennstal

1724 m: Mitten in einem Meer aus Latschen steht man am Gipfel des Großen Größtenbergs.
Nur die Alminseln von Ebenforstalm und Anlaufalm unterbrechen das Waldmeer des Hintergebirges.

AM WEGESRAND

Einkehrschwung
Es gibt zahlreiche Einkehrmöglichkeiten nach der Tour. Von der am Wochenende bis November offenen Bergerbauern-Reith über die Mostschenke Horner, das GH Schaffelmühle bis zu den Gasthäusern in Windischgarsten hat man eine große Auswahl. Bierliebhaber wählen den Braugasthof, wo man jetzt Wild aus der Region anbietet. www.urlaubsregion-pyhrn-priel.at/gastronomie/

Biwakplatz Steyrsteg
Eine Nacht im Nationalpark unter freiem Himmel am Ufer eines glasklaren Baches, das klingt nach Naturerlebnis pur. Der Biwakplatz in Steyrsteg ist ausgestattet mit einer Feuerstelle mit Holz, einer Toilette und hat Platz für etwa zehn kleinere Zelte. Erreichbar: vom Bodinggraben bei Molln, vom Haslersgatter. Trinkwasser ist mitzubringen.

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Artikel Sabine Neuweg und Alois Peham 06. Oktober 2017 - 00:04 Uhr
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