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Küss die Hand, Franz Ferdinand

Alpen-Adria Küche gibt es in Österreich seit mindestens 100 Jahren. Vorzügliche Gerichte findet man aktuell im schmucken Steyrdorf.

Küss die Hand, Franz Ferdinand

Die Verwandlung vom Kohlrabi zum majestätischen Gericht gelingt ebenso meisterlich wie die Pasta und eine vorzügliche Panna cotta. Bild:

Lassen wir einmal die Kaiserzeiten in Frieden ruhen und finden uns damit ab, dass Friaul und Julisch-Venetien einmal zu Österreich gehörten.

Und nein. Wir müssen nicht Trübsal blasen, wenn der Gusto nach norditalienischer Küche ruft. Keineswegs. Der italophile Feinspitz lacht sich ins Fäustchen. Wohlwissend, dass es in Steyrdorf ein Gasthaus mit hervorragender Alpen-Adria-Küche gibt.

Dieser Stadtteil von Steyr hat sich in den letzten Jahren feinst herausgeputzt, versprüht den Charme von Wien-Spittelberg, und verzeichnet sogar Bevölkerungszuwachsraten. Wesentlichen Anteil daran haben Bernhard Forstreiter und Maria Reitner, die seit 2005 mit exzellenter Küche aufwarten und sich einer treuen lukullischen Gefolgschaft sicher sein können. In einer Minimundusküche zaubert das Team um die Köchin ein royales Gericht nach dem anderen aus dem Ärmel.

Ein großer Salat (7,50 Euro) wird derart majestätisch mit Walnüssen, Kürbiskernen, frischen Äpfel und aromatischen Orangen bestückt, dass man sich beim Genuss fast wie ein kleiner Edelmann fühlt. Hervorragend.

Auch dass in einem Kohlrabi (8,50 Euro) die Berufung zu Höherem stecken kann, wird bei der Vorspeise augenscheinlich. Fein gehobelt, mit erfrischendem Zitronenrahm umgarnt und feinem Kaviar gekrönt. Auf den Thron damit.

Es geht so weiter. Auf der lauwarmen Bohnencreme wird ein zart marinierter Oktopus (11,50 Euro) königlich drapiert und vereint Zartheit, Cremigkeit und Aromen zu einem kulinarischen Reich.

Soeben wurde der nächste Italienurlaub storniert. Es könnte ja auch einmal eine Woche Steyr sein. Weil hausgemachte Pasta gibt es hier auch. Und was für welche. À la Minute werden die Ravioli (kleine Portion 8,50 Euro) zubereitet. Unter anderem mit einer Erdäpfel-Parmesanfülle.

"Die gibts’, solange es das Lokal gibt. Das ist unsere Identität", sagt der Chef. "Und wehe, die werden jemals von der Karte genommen", denke ich mir und male mir aus, ob die Panna cotta mit weißem Pfirsichpüree (6,50 Euro) noch geht.

Ich bin satt. Ja dürfen’s denn das? Ja sie dürfen. Sie müssen.

*****

OÖN-Wertung
Gesamtpunkte: 16 von 18

Küchenleistung: fünf von sechs Kochlöffeln
Service: vier von vier Kochlöffeln
Ambiente: drei von vier Kochlöffeln
Preis-Leistungs-Verhältnis: vier von vier Kochlöffeln
Notiz: Neben kulinarischen Höhepunkten findet im Sommer das Musikfest „Auf da Gassn“ statt.

Infos zu "Franz Ferdinand"

Gleinkergasse 1, 4400 Steyr

Telefon: 07252-90412

Ruhetage: Montag, Sonntag

www.franzferdinand.at

 

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Artikel OÖN 25. März 2016 - 00:04 Uhr
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