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Hier spielt Bier die Hauptrolle

Das Leopoldistüberl in Linz lebt wieder. Die Küche muss noch ein wenig Tritt fassen.

Hier spielt Bier die Hauptrolle

Bierkultur, engagiert und freundlich präsentiert Bild:

Lange hat das Leopoldistüberl, versteckt in Linz hinter dem Finanzgebäude Ost, geschlafen. Im November haben es ein paar junge Leute mutig aufgeweckt. Die "Beer Buddies" aus Tragwein, die auf der Bierwelle surfen und selbst preisgekrönt brauen, sind unter die Wirtsleute gegangen.

Die schöne, alte Gaststube ist unverändert und nur ein wenig aufgefrischt. Der Rauch bleibt draußen. Die Speisen sind moderner und einiges wird trendy angerichtet. Dafür zeichnet Koch Jozef Lacho verantwortlich, den sich die Neuen vom Klosterhof geschnappt haben.

Vorweg sei´s gesagt. Das Bier spielt hier die Hauptrolle. Acht Sorten gibt’s vom Fass. Sieben sind von den Beer-Buddies, etwa "Chango" über Hopf’n’Foppa bis Moja Ale, plus eines einer befreundeten Kleinbrauerei. Derzeit ist es "Schnittenfahrt" vom Brauwerk in Wien; mit Mannerwaffel in der Maische. Wer sich durchkosten will, nimmt das "Bierbrett’l" mit je 0,1 Liter der Fass-Palette (9,90 Euro).

Ansonsten gibt’s das Seiterl ab 3,20 Euro, die Halbe ab 3,70 und viel Flaschenbier aus aller Welt.

Mittags bis 14 Uhr wird zusätzlich zur Karte ein Tagesteller angeboten (8,90 Euro), etwa Geselchtes oder Bohneneintopf mit Debreziner.

Wir probierten aber den Bier-Schweinsbraten (11,50 Euro), der ein Gradmesser für ein Lokal dieses Kalibers ist. Er könnte heißer serviert werden. Die zwei Schnitten Schopf sind weich mit kleinem Fettrand. Das Krustl ist abgeschnitten und liegt kross darüber. Aber das seufzende Schweinebraten-Ofenfrisch-Wohlgefühl will sich nicht so recht einstellen. Dem zu grob geschnittenen warmen Krautsalat fehlt die feine Essigessenz. Es stört, dass das Schüsserl auf dem Teller im Saft steht.

Die Rindsuppe (4,30 Euro) davor ist perfekt, der Leberknödl g’schmackig und weich.

Das Schnitzel (12,90 Euro, von der Pute) wird hörbar geklopft. Es ist perfekt geraten mit fein-rescher Panier, ist aber ein wenig zu klein geraten.

Vegetarier haben es nicht leicht. Die ausgewogen abgeschmeckte Erdäpfel-Lauchcremesuppe (4,20 Euro) wird mit Speckkrusteln gebracht, die nicht auf der Mittags-Karte standen, was aber sofort mit einer Entschuldigung der engagierten Kellnerin wieder gut gemacht wurde.

Die samtigen, leicht angebratenen Steinpilzgnocchi in Rahmsauce (9,20 Euro) kommen hübsch angerichtet mit Sprossen und Beeren.

Schoko-Brownie mit Weichselkompott als Nachspeise (4,30 Euro) sieht hübscher aus als es schmeckt.

Achtung: Warme Küche gibt’s zwar durchgehend, aber nur bis 21 Uhr. Um 22 Uhr hat das Leopoldistüberl nämlich Sperrstund...

*****

OÖN-Wertung: drei von sechs Kochlöffeln
(sechs Kochlöffel = sehr gut, null Kochlöffel = enttäuschend)

Infos zum Leopoldistüberl
Kategorie: Wirtshaus
Adresse: Adlergasse 6, 4020 Linz
Telefon 0732/298484
Offen: 11 bis 22 Uhr
Ruhetage: Samstag, Sonntag

Mehr Informationen zu getesteten Gasthäusern und Restaurants in Oberösterreich:
www.nachrichten.at/aufgedeckt
Kontakt: p.braun@nachrichten.at

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Artikel Karin Haas 22. Dezember 2017 - 00:04 Uhr
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