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Gestillte Sehnsucht im Gasthof Notmühle

Bereits in der fünften Generation wird an der Linzer Stadtgrenze das Verlangen nach Essen und Trinken zur vollsten Zufriedenheit gestillt

Gestillte Sehnsucht Gasthof Notmühle

Hirschragout mit flaumigem Knödel Bild:

Die Landkarte der Wirtshäuser, die mit traditioneller und leistbarer Küche punkten, scheint ziemlich ausgedünnt zu sein. Zu wenig Personal, Leerzeiten unter der Woche, gepaart mit absoluter Stresssituation am Wochenende, und bürokratische Nadelstiche sind wenig schmackhafte Rahmenbedingungen.

Das Wirtshaus Notmühle, drei Fahrminuten von der Linzer Kepler Uni entfernt, ist seit Generationen für köstliche Hausmannskost bekannt. 1892 wurde es als "Einkehrwirtshaus" für Marktleute errichtet, vor einigen Jahren stieg Sebastian Hörschläger in den elterlichen Betrieb ein, und änderte zuerst einmal die Öffnungszeiten.

Von Mittwoch bis Freitag ist nur abends geöffnet, samstags den ganzen Tag, die restliche Zeit ist geschlossen. "Anders wäre es zu personalintensiv und nicht mehr in der gewohnten Qualität zu führen", sagt Hörschläger junior, was dem "Auslaufmodell Wirtshaus" jedoch nicht geschadet hat. Im Gegenteil. Die Stammgäste kommen verstärkt am Samstag oder an den restlichen Tagen.

Zur Diversifizierung wurde vor drei Monaten eine Vinothek eröffnet, die über 400 verschiedene Weine ausgezeichneter Winzer aus dem In- und Ausland listet. Die Küche wird von Sebastian, seinen Eltern und fallweise der 85-jährigen Oma bespielt, und ist genauso, wie man es sich wünscht: Schnörkellos, geradlinig und mit geschmacklicher Perfektion auf die Teller gebracht.

Die "echte" Rindsuppe (3 Euro) ist perfekt abgerundet und gewürzt, die Einlagen (wahlweise Frittaten, Leberknödel oder Grießnockerl) stehen der Qualität um nichts nach.

Bei den Hauptspeisen war einiges schon aus, was verschmerzt werden kann. Denn sowohl der zarte Burgunderbraten mit dichtem Safterl (9,80 Euro), das formidable Hirschragout mit flaumigem Knödel (12,20 Euro) oder der Klassiker, ein in der Pfanne gebratenes Kalbs-Cordon-bleu (13,80 Euro) spielen in der kulinarischen Liga ganz oben mit.

Wenn dann zum Schluss noch ein mit Äpfeln oder Zwetschken gefüllter, selbst ausgezogener Strudel (3,60 Euro) serviert wird, der davor in der Rein immer wieder mit Obers übergossen wurde und ein warmes, zart cremiges und fruchtsüßes Erlebnis offenbart, ist klar. Wer braucht den Sonntag, es gibt auch den Samstag.

*****

OÖN-Wertung

Gesamtpunkte: 15 von 18
Küchenleistung: 5 von 6
Service: 4 von 4
Ambiente: 2 von 4
Preis-Leistungs-Verhältnis: 4 von 4
Anmerkung: In der Vinothek gibt es eine gute Auswahl an Schaumweinen und Feinkost

Infos zum Gasthaus Notmühle

Altenberger Str. 217, 4203 Altenberg
Telefon: 07230/7265
Ruhetage: Sonntag–Dienstag
Mittwoch bis Freitag ab 16.30 geöffnet, Samstag ganztägig

 

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Artikel OÖN 01. Dezember 2017 - 00:04 Uhr
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