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Genuss-Disneyland in Sipbachzell: riesig, mutig, neu

Seit Dezember 2017 ist in einem Gewerbepark ein "Gasthaus zum Zirbenschlössl" offen

Genuss-Disneyland in Sipbachzell: riesig, mutig, neu

Altwiener-Backfleisch mit klassischer Beilage Bild:

Manche schütteln den Kopf. Manche bewundern den Mut. Aber alle gehen hin, um das seit wenigen Wochen offene "Gasthaus zum Zirbenschlössl" im Gewerbepark von Sipbachzell (Bezirk Wels-Land) zu sehen. Sieben Tage die Woche gibt es durchgehend warme Küche.

Das Schlössl steht wie ein "Disneyland" neben der Dachdeckerei/Spenglerei von Otto Mayr. Der hat mit Landwirt Josef Obermann das Lokal mit ziemlich vielen Sitzplätzen, verteilt auf eine Gaststube mit Bar, etliche Stüberl und einen Saal mit Drehbühne hingestellt. Offenbar hat die beiden Anpacker das Gastro-Jammern und das Wirtshaussterben so gestört, dass sie es selbst besser machen wollen.

Das ist ganz gut gelungen. Beim Entree duftet es nach Zirbe. Die Weite füllt rustikale Gemütlichkeit mit Fellmuster auf den Bänken und Geweihen an der Wand.

Montag bis Freitag gibt‘s um 8,90 Euro Mittagessen vom Buffet; etwa faschierter Braten, Surschnitzel oder gekochtes Rindfleisch. Auch à la carte speist man fleischlastig. Da müssen wohl die Chefs mehr als ein Wörtchen mitgeredet haben...

Wir probierten die hausgemachte Tafelspitz-Sülze mit Essig-Öl-Marinade und roten Zwiebeln (7,80 Euro). Die kam nicht zu knapp, überreich garniert, und freundlich von Kellner André in Lederhose serviert.  Kernöl gab‘s gratis auf Verlangen. Auch das unaufgefordert mitgebrachte Semmerl erwies sich als zartkrustig-frisch.  Die Sulz (wir lieben die oberösterreichische Diktion) war mit magerem Rindfleisch bestückt, aber von leicht gummiartiger Konsistenz.

Auch zur feinsämigen Knoblauch-Cremesuppe (3,80) mit Schwarzbrotcroutons passte der Most vom Stockingergut in Gunskirchen famos. Ansonsten ist das Zirbenschlössl fest in Hand der Brauunion (Gösser).

Viele Fleischköstlichkeiten der Wiener Küche locken und auch ein XXL-Schnitzel vom Schwein mit Pommes (16,90). Doch das Wiener Kalbsrahmbeuschel (hausgemacht, wie André versichert) ist ein besserer Küchen-Gradmesser (9,40 Euro): Schöner weißer Teller, hoher Herzanteil, zwei Schnitten Serviettenknödel, etwas Gulaschsaft. Ein wenig Essigaroma und mehr Beuschel-Archetyp würden gut tun.

Das Altwiener Backfleisch mit Erdäpfelsalat und Sauce Tartare (13,80 Euro) überraschte mit zwei saftigen Panier-Riesen und wunderbar "gatschigem" Erdäpfelsalat mit Vogerlsalat-Haube. Einzig die Sauce würden wir uns weniger künstlich schmeckend wünschen. Fazit: Ein guter Anfang und ein Bravo für den Mut.

PS: Nachspeisen konnten aufgrund der Größe der Portionen davor nicht getestet werden.

OÖN-Wertung: 4 von 6 Kochlöffeln
(sechs Kochlöffel = sehr gut, null Kochlöffel = enttäuschend) 

Infos zum Zirbenschlössl
Kategorie: Gasthaus
Adresse: Gewerbepark Ost 22. 4621 Sipbachzell
Tel. 07240/20777
Kein Ruhetag, warme Küche 11–22 Uhr, sonntags Bratl und gefüllte Kalbsbrust

Mehr Restaurant-Tests aus ganz Oberösterreich: www.nachrichten.at/aufgedeckt
k.haas@nachrichten.at

 

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Artikel Karin Haas 19. Januar 2018 - 00:04 Uhr
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