Essen & Trinken

Menü
Facebook Twitter Google+ E-Mail
Warum teurer Wein scheinbar besser schmeckt

Höchst unüblicher Ort für Weinverkostung verriet Eigentäuschung. Bild: OÖN

Warum teurer Wein scheinbar besser schmeckt

Marketing-Placebo-Eeffekt mittels Weinverkostung im Kernspintomografen erforscht.

19. August 2017 - 00:04 Uhr

Ist teuer? Muss gut sein. Warum der gleiche Wein Menschen besser schmeckt, wenn er mit einem höheren Preis ausgezeichnet ist, haben Wissenschafter der Insead Business School und der Universität Bonn herausgefunden. Verantwortlich seien mit Belohnungen verknüpfte Bereiche des Gehirns, berichten die Forscher im Fachjournal "Scientific Reports" über den sogenannten Marketing-Placebo-Effekt.

"Das Belohnungssystem wird bei höheren Preisen deutlich stärker aktiviert und verstärkt auf diese Weise offenbar das Geschmackserlebnis", erklärte Bernd Weber von der Universität Bonn. "Die spannende Frage ist nun, ob man das Belohnungssystem trainieren kann, damit es weniger empfänglich für solche Marketing-Effekte wird."

Die Forscher hatten 15 Frauen und 15 Männer im Kernspintomografen liegend eine Weinverkostung zukommen lassen. Zunächst wurde der Preis des Weines eingeblendet, dann gab es einen Milliliter davon über einen Schlauch zu trinken. Über einen Knopf gaben die Teilnehmer auf einer Skala an, wie gut ihnen der Wein schmeckte.

Der Wein blieb dabei jedes Mal derselbe, der Preis schwankte zwischen drei, sechs und 18 Euro. "Wie erwartet, gaben die Probanden an, dass der Wein mit dem höheren Preis besser schmeckt als ein scheinbar günstigerer", sagte Insead-Forscherin Hilke Plassmann.

Die Aufnahmen des Kernspintomografen ließen erkennen, dass bei höheren Preisen vor allem das Frontalhirn und das ventrale Striatum stärker aktiviert wurden. Während das Frontalhirn insbesondere am Preisvergleich und damit der Erwartung beteiligt zu sein scheint, ist das ventrale Striatum Teil des Motivationssystems (Dopamin).

"Letztlich spielt uns das Belohnungs- und Motivationssystem einen Streich", erklärte Insead-Forscherin Liane Schmidt. Es gaukele durch höhere Preise einen Geschmack vor, der durch den Wein selbst nicht gerechtfertigt sei. Dieser Marketing-Placebo-Effekt habe allerdings Grenzen, so Weber: "Wenn zum Beispiel eine Plörre für 100 Euro angeboten würde, bliebe er absehbar aus."

»zurück zu Essen & Trinken«

Kommentare

„es ist ebenso für manche,wenn etwas teuer ist,ist es immer gut,für manches trifft zu,aber nicht ...“ despina15 es ist ebenso für manche,wenn etwas teu...

Haben Sie bereits einen Benutzernamen? Dann melden Sie sich bitte hier an.
Um sich registrieren zu können müssen Sie uns mindestens einen Benutzernamen, ein Passwort, Ihre E-Mail-Adresse und Ihre Handynummer mitteilen.
Gewünschter Benutzername
Gewünschtes Passwort
Wiederholung Passwort
E-Mail
Anrede
  Frau    Herr 
Vorname
Nachname
OÖNcard / Kundennummer (optional)
Handynummer
/

Sicherheitsfrage
Wie viel ist 8 + 2? 
Bitte Javascript aktivieren!