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(Symbolbild) Bild: (Volker Weihbold)

Menüpreise: Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel

Sechs Euro für das Menü mit Suppe, Schnitzel, Beilage und Salat. Das schaufelt Wirten das Grab.

Von Karin Haas, 13. Juli 2017 - 00:04 Uhr

Neulich auf dem Radweg. Es ist Mittag. Es ist ein Wochentag. Wir erreichen ein Allerwelts-Gasthaus, dem man es ansieht, dass es ums Überleben kämpft. Frei nach dem Spruch "Essen sie hier, sonst verhungern wird beide", kehren wir ein.

Das Mittagsmenü: Minestrone, Wiener Schnitzel mit Kartoffeln und Salat: 6 Euro. Sage und schreibe: sechs Euro. Wir bestellen es, auch wenn hier keine Kalkulations-Mächtigkeit herrscht. Auch an den 2,60 Euro für den halben Liter "Apfelsaft-Leitung" kann sich keine Bilanz aufrichten. Es ist kein Fertig-Schnitzel. Der Beilagen-Salat ist ordentlich. Es werden ungefragt Preiselbeeren dazu serviert. Die Minestrone ist gut, aber aus. Deshalb gibt´s als Ersatz ohne Aufpreis eine Leberknödel-Suppe, die auf der Karte mit 3,50 Euro steht.

Himmelherrgott, lieber Wirt, bist Du noch bei Trost? Geoutet wirst du nicht. Aber es ist eine Stammbuch-Weisheit, dass sich das Gasthaus-Wirtschaften mit diesen Preisen nicht ausgehen kann und das auch nicht, wenn nachher ein Kaffee mit Mehlspeis genossen wird.

Das andere Extrem ist ein Ausflugs-Gasthaus bei Steyr; ebenfalls angejahrt, ebenfalls Investitionsbedarf und ein Gastgarten, der nicht übertrieben gepflegt ist.

Das (gute) Beuschel um knapp sieben Euro wird in einem Suppen-Schüsserl serviert, in dem neben dem Semmelknödl kaum Beuschl Platz hat. Die Semmel dazu ist weder tagesfrisch noch aufgebacken. Sie schmeckt wie Diskont-Massenware und kostet natürlich extra. Zwei kleine Schnitten Sulz (gut und hausgemacht) in Essig und Öl mit sparsamer Deko und bissfestem Schwarzbrot werden mit knapp sechs Euro verrechnet. Der Name dieses Lokals wird ebenfalls nicht verraten. Denn es geht um Beispiele.

Die Wahrheit liegt in der Mitte. Es müssen Menge und Qualität passen. Dann werden höhere Preise geschluckt. Und vielen Wirten sei in die Menükarte geschrieben: Zu billig dürft ihr´s nicht geben.

 

Die Kolumne schreiben abwechselnd Karin Haas und Philipp Braun, das Genussteam der OÖNachrichten.

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Kommentare

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